Review

American Gangster - oder: wie mache ich ein absolut ödes Gangster-"Epos"?

Vorweg: Ich habe mir die Extended Version des Films angesehen, kann mir also nur vorstellen wie die Kinofassung war, indem ich mir einfach mal die neu integrierten (untertitelten) Szenen weg denke.

Dieser Film ist einfach nur langatmig inszeniert.
Selbst Verfolgungen geraten hier zur Schlaftablette. Die Umsetzung der True-Story geschieht dermaßen ohne Pepp, dass nicht nur die Story selbst vollkommen unspannend bleibt, sondern der Film erst nach 90 Minuten da ankommt, wo andere schon nach 40 Minuten wären.

Dabei plätschert die Handlung wie ein Kuhgraben in der Hitze des Sommers vor sich hin. Sehr problematisch ist die fehlende direkte Konfrontation zwischen Gangster und Cop über die erste sehr lange Hälfte des Films. Bis sich hier so etwas wie Spannung und Dynamik aufgebaut hat und die Rollen zwischen Jäger und Gejagdtem klar definiert wurden, vergehen ganze 2 Stunden. Alles dazwischen ist mehr oder minder interessant, wird nur durch beiläufige Dialoge erklärt bzw. am Leben erhalten (Worum gehts, was passiert, warum, wieso, dies und das.....usw.) und bietet kein sehr großes Spannungspotential. Vergleichbar mit einem schlechten Bio-Pic, in dem auch immer nur Versatzstücke aus dem Leben des Biografierten die ganze Geschichte bilden sollen.

Nach 2 Stunden nimmt der Film dann Fahrt auf, wird interessant und das Ende bietet einen netten und gewitzten Ausgang.

Washington und Crowe spielen ihre Rollen überzeugend
, der Rest ist schmückendes Beiwerk.

Obwohl American Gangster viel zu lang ist und zudem über weite Strecken auch noch langatmig inszeniert wurde, so möchte ich die Erweiterungsszenen nicht missen! Die Kinofassung muss dermaßen unrund gewesen sein, da würde meine Wertung noch um Einiges schlechter abschneiden.

Fazit: Dröges und langatmiges Gangsterepos welches besser als zweiteiliger Fernsehfilm geeignet gewesen wäre. Das wesentlich bessere letzte Drittel des Films kann die vorangegangene Langeweile bei Weitem nicht wett machen, und obwohl der Film viel zu lang ist, so ist die nochmals um 18 Minuten längere Extended Version der Kinovariante klar vorzuziehen. Ansonsten würde die schon langatmige Inszenierung auch noch ins Stolpern geraten.

5,5 für die Extended Version und 3,5 für die Kinofassung

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