Zwei Jahre nach „Jäger der Apokalypse“ verschlug es Antonio Margheriti („Ein Turbo räumt den Highway auf“, „Geheimcode: Wildgänse“) erneut auf die Philippinen, wo er mit „Höllenkommando zur Ewigkeit“ in die selbe Kerbe schlug. Eventuell wurden beide Filme seinerzeit auch gleich back to back gedreht, setzt sich die Crew beider Filme doch fast aus den selben Gesichtern zusammen und musste Margheriti hier leider auch Szenen des indirekten Vorgängers recyceln. Überhaupt macht „Höllenkommando zur Ewigkeit“ nicht den sorgfältigen Eindruck von „Jäger der Apokalypse“ und wirkt recht hastig heruntergekurbelt. Der schlampige Schnitt, eigentlich gänzlich untypisch für Margheriti, offenbart sich vor allem in den unspektakulären Actionszenen. Auch die von ihm sonst so gepflegt abwechslungsreiche Kameraarbeit muss hier zurückstecken. Kennt man seine besseren Filme, wird man noch enttäuschter sein, wobei Margheriti trotzdem immer noch sehr ansehbar inszeniert.
Dafür findet man sich als Genrefan immerhin gleich wieder in gewohnten Gefilden. Die drei Vietnam-Veteranen Tiger Joe (David Warbeck, „Jäger der Apokalypse“, „Die Geisterstadt der Zombies“), Midnight (Tony King, „Asphalt Kannibalen“, „Jäger der Apokalypse“) und Lenny (Margheriti-Regular Luciano Pigozzi, „Jäger der Apokalypse“, „Im Wendekreis des Söldners“) sind nach dem Krieg an der kambodschanischen Grenze gestrandet, wo sie für den knauserigen Waffenschieber Bronski (Giancarlo Badessi) veraltete Waffen an kambodschanische Rebellen verscheuern. Während eines Treffens mit den Rebellen wird Joe von den Regierungstruppen überrascht und sein Flugzeug schwer beschädigt. Auf dem Rückflug schmiert er ab und landet im Dschungel, wo er in die Hände von Guerilla-Truppen fällt, sich später aber zusammen mit der Krankenschwester Kia (Annie Belle, „Der Schlitzer“, „Ausgeburt der Hölle“) durchzuschlagen versucht.
Was folgt, ist eine Dauerhatz durch das Dickicht mit heimeliger Dschungel-Atmosphäre, die „Höllenkommando zur Ewigkeit“ viel Flair garantiert. Im weiteren Verlauf gesellen sich noch Midnight, Lenny und Bronski zu den beiden, weil ihre Rettungsmission fehlschlägt und die drei ebenso abstürzen. Gemeinsam versuchen sie sich zur Grenze zu gelangen und auf dem Weg dorthin möglichst viele Soldaten ins Gras beißen zu lassen.
Die alle paar Minuten stattfindenden Schießereien mit Regierungstruppen sind nicht von so einem hohen Gewaltfaktor wie in „Jäger der Apokalypse“ geprägt, Massaker an Flüchtlingen, fiese Bambus-Fallen im Dschungel, röstende Flammenwerfer, hohe Verluste und sadistische Morde sprechen allerdings allesamt die Sprache italienischer Exploitation-Ware, obwohl der Film graphisch im Vergleich zu artverwandten Produktionen noch milde ausfällt.
„Höllenkommando zur Ewigkeit“ überzeugt also durch Masse anstatt Klasse und treibt eifrig den Bodycount nach oben. Die gute Synchronisation (u.a. spricht Thomas Danneberg Hauptdarsteller David Warbeck), vermutlich durch Rainer Brandt initiiert, bemüht sich anfangs noch um einen lockeren Ton, wird passend zum Geschehen aber dann deutlich ernster. Ein paar Dialoge sind für so einen Film übrigens sogar recht gut, wohingegen der Film zwischendurch leider ebenso in typischem Pathos und hohlen Phrasen versinken kann.
Auch die Effekt-Abteilung musste sich abseits brennender und explodierender Benzinfässer weitestgehend zurückhalten. Modelle kommen nur einmal zum Einsatz als eine Miniatur-Brücke mitsamt Zug gesprengt wird, die restlichen Actionszenen setzen sich aus bleihaltigen Scharmützeln im Dschungel zusammen, in deren Verlauf alle Beteiligten stets wie wild mit ihren Gewehren durch die Gegend fuchteln und trotzdem immer treffen. Für genügend Kurzweiligkeit sorgen die ständigen Ballereien jedoch allemal, zumal sie nicht nach ein paar Sekunden wieder vorbei sind, sondern meist mehrere Minuten andauern.
Wenigstens fanden sich ein paar tolle Kulissen im Dschungel, wie die verlassene Villa oder eben die Brücke, die zur immerhin gelungenen Atmosphäre einiges beitragen und auch der Synthesizer-Score von Carlo Savina („Kung Fu im Wilden Westen“, „Fluch des verborgenen Schatzes“) passt mit seinen ungewöhnlichen Tönen prima zu den Actionszenen.
Letztlich mangelt es aber vor allem an Ideen, die wohl aufgrund der Produktionsumstände zurückstecken mussten. Das zwar sehr lineare, aber ebenso einfallslose Drehbuch strampelt von Vor- bis Abspann quasi nur die Odyssee ab und vergisst dabei völlig potentielle Höhepunkte entsprechend zu würdigen. Vor allem das vorgezogene Finale, die Sprengung der Brücke, ist schon wieder vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat. Auf der anderen Seite schienen Margheriti aber auch die Möglichkeiten gefehlt zu haben, das durchschnittliche Drehbuch mit seiner sonst so kreativen Inszenierung auszugleichen.
Fazit:
Die Klasse von „Jäger der Apokalypse“ erreicht „Höllenkommando zur Ewigkeit“ leider nicht, ein unterhaltsamer Italo-Reißer im Dschungel ist es trotzdem noch geworden. Die eingespielten Darsteller machen auch hier einen soliden Job und häufige Actionszenen sorgen für genügend Kurzweiligkeit, während die Dschungel-Atmosphäre dank Margheritis ordentlicher Umsetzung erneut punkten kann. Der italienische Filmemacher hat in seiner Karriere allerdings weitaus bessere Regieleistungen abgeliefert und glänzt hier eher mit „Dienst nach Vorschrift“, inszeniert damit aber immer noch deutlich besser als einige seiner Kollegen. Die unverwechselbaren Synthesizer-Klänge, der unkomplizierte Handlungsverlauf und das stets existente, sympathische Flair einer günstigen Italo-Produktion runden „Höllenkommando zur Ewigkeit“ knapp zu einem überdurchschnittlichen Filmvergnügen auf. Natürlich nur für Genrefans versteht sich.