Vorwort: Ein Film in der Sneak,
von dem ich absolut gar nichts gehört hatte. Den auch niemand auf der
Rechnung hatte an diesem Tag. Das war schonmal kein gutes Zeichen. Aber
was mir da auf der Leinwand angeboten wurde war... da fehlen mir
schlichtweg die Worte. Ganz ehrlich: Ich mag schlechte Filme, die sich
ernster nehmen, als die Bibel. Doch diese Verschwendung von Zelluloid
war eine Beleidigung für jeden Filmkenner und –Liebhaber. Ich habe
sowieso keine hohe Meinung vom deutschen Film. Aber dass es so ein
Käsestreifen auf die Leinwand schafft und nicht im
ProSiebenSat1-Strudel untergeht bleibt mir unbegreiflich.
Inhalt:
Rico (Frederick Lau, bekannt aus „Die Welle“) ist ein typischer
Verlierer. Er ist unbeliebt, wird gehänselt, ist schmächtig und noch
dazu benötigt er ein Höhrgerät um seine Umwelt wahrnehmen zu können.
Falls er dies denn will...
Sein Schwimmlehrer Sammer (gespielt von
Devid Strieso, bekannt aus „Der Untergang“) macht ihm das Leben noch
schwerer. Er ist mit seiner Mutter zusammen, aber dass heißt noch
nicht, dass er Rico schont. Wenn er seinen Freischwimmer nicht schafft,
ist er in dessen Augen nichts wert.
Zusätzlich zu diesen Qualen
kommt noch Robert Greiner (gespielt von Philipp Danne, bekannt aus
„Tessa - Leben für die Liebe“), ein sportlicher, erfolgreicher und
arroganter Kerl, der zudem noch mit der Traumfrau von Rico, nämlich
Regine (gespielt von Alice Dwyer), glücklich zusammen ist.
Doch an
einem Tag ändert sich dies alles. Als Rico mal wieder beim Tauchen
versagt und er zurück in seine Umkleidekabine kommt, findet er dort ein
Geschenk. Ein Liebesknochen oder auch Eclaire, also eine französische
Leckerei. Zum Glück beobachtet Rico wie so oft seine Umwelt nur durch
die Linse einer Kamera. So kommt es, dass statt Rico sein Quäler Robert
das (scheinbar vom französischen Koch, der Homer Simpson in „Homer der
Restaurantkritiker“ mit einem ähnlichen Gebäck töten will) vergiftete
Kaffeestück futtert und an den Folgen des (sehr schnell wirkenden
Giftes) stirbt. Nun ist der gesamte Ort in Aufruhr um herauszufinden,
wer denn der wahre Mörder an Robert Greiner ist. Und auch Ricos Weg
nimmt eine seltsame Form an...
Meine Meinung:
Tja... was soll ich da groß sagen? Die Story ist mehr als dämlich und
noch dazu unfassbar unrealistisch. Alleine die Tatsache, dass die
Polizei scheinbar überhaupt nicht Nachforschungen anstellt, keine
Befragungen stattfinden oder sonstwas. Am Ende werden sie einmal kurz
aktiv. Aber das ist nicht das schlimmste. Man kann keineswegs die
Entscheidungen der Rollen nachvollziehen. Gelang es bei z.B. „Ben X“
sich in die Menschen auf der Leinwand reinzufühlen, war man hier nicht
mehr als ein bloßer Zuschauer eines drittklassigen
Möchtegern-Bad-Ass-Märchen das nur dann Spaß macht, wenn man über den
körperlichen und seelischen Schmerz, der einem durch das bloße ansehen
angetan wird, nur noch lachen kann um nicht vollends Ricoesk in den
Wahnsinn zu treiben.
Die fade und dämliche Story wird auch noch von
den Dialogen unterboten. Diese sind total schwachsinnig und absolut
sinnlos. Da kommen solche Knaller wie folgendes: Als Robert stirbt,
trifft Rico seine Angebetete und die neue „Witwe“ Regine. Sein
Kommentar: „Ja... dumme Sache mit Robert.“
Denkt man jetzt, dass
Regine ausflippt? Nein, so ein quatsch. Sie sagt lediglich: „Ja, stimmt
schon.“ und wechselt dann gekonnt das Thema. Schön, dass versuch ich
nächstes mal auch so zu machen...
Die Dialoge sind wirklich schon
schlimm, aber das schlimmste an dem Film ist die schauspielerische
Leistung. Frederick Lau als Rico spielt hier noch am besten. Die
anderen Mitspieler in diesem Machwerk sind allesamt unter aller Sau.
Auch der einst so geniale August Diehl (bekannt aus „23“), der hier
einen völlig wahnsinnigen Lehrer spielt, ist wirklich völlig daneben
geraten. Er spielt schlimmer als ich es mir von ihm jemals hätte
vorstellen können. Hier sei an seine wirklich komische Sterbeszene
erinnert. Einen bekloppteren Tod hab ich noch nie miterlebt.
Aber
ich könnte jetzt auch noch viele weitere Schauspieler aufzählen, wie
z.B. Fritzi Haberlandt als Michaela, die dramdöselige Freundin von
Martin. Sie erleidetet z.B. an einem Punkt im Film einen Fahradunfall.
Die Szene, die wohl eine schwere Verletzung aufzeigen soll, ist so
herrlich dämlich, dass man sich vor Lachen den Bauch halten muss. Vor
verzweifeltem Lachen allerdings. Und das ist leider nur eines der
vielen Beispiele.
Kommen wir zur Technik. Ich möchte nicht sagen,
dass ich hier objektiv bin. Aber der Film wirkte auf mich unfassbar
billig. Das Bild war an manchen Stellen so schwammig, dass ich mich
schon gefragt habe, ob hier von Videokassette abgespielt wurde. Von den
Schnitten war jetzt nicht viel zu erwarten, aber hier fiel nicht
wirklich negatives auf. Auch der Ton war ok oder machte den Film
wenigstens nicht noch schlechter. Nur war der Score nicht sonderlich
vorhanden. Ich kann mich an keinen einzigen Song aus dem Film erinnern.
Lief da eigentlich Musik?
Fazit:
Ein Film den die Welt nicht braucht. Ich hab es als persönlich
beleidigend empfunden, dass die Filmemacher diesen Haufen mist einem
ernsthaften Kinofreund auf der Leinwand präsentieren. Wie kann man
erwarten, dass man bei diesem Film Spaß hat? So betrunken könnte ich
gar nicht sein. Völliger Murks, ganz schnell alle Kopien verbrennen.
1 PUNKT!!!
P.S:
Von nem Märchen konnte ich hier nix erkennen. Vielleicht hätten die
Filmemacher mal nachlesen sollen, was ein Märchen eigentlich ausmacht.
Aber hat wirklich jemand erwartet, dass sie es da besser machen?