Review

Die Schwimmflügel des Deutschen Films

„Freischwimmer“ ist ein schwer zu beschreibender und zu fühlender „Thriller“ über einen mysteriösen Mord bzw. Todesfall nach einem gymnasialen Schwimmwettbewerb „Loser vs. Held“, nachdem es in dieser seltsamen deutschen Kleinstadt viele (unterlaufene?) Klischees, offene Fragen und Mordverdächtige gibt…

Stille Gewässer… 

Das ist ein wirklich seltsames Kleinod des deutschen Films und der Jugend- wie Lehrerzimmer. Ich weiß nicht, ob ich das gänzlich fehlgeschlagen oder zumindest mutig anders nennen soll. „Freischwimmer“ ist ein Thriller ohne Thrill, ein Drama ohne nennenswertes Drama, ein Mysterium ohne Mystery, ein Klischeekessel ohne echte Klischees, ein Märchen ohne Fantasie, eine Gesellschaftskritik ohne Biss, eine Stilübung ohne Stil, ein Starvehikel ohne echte Stars (damals), Horror ohne Horror, eine Parodie ohne Witz, eine Satire ohne klares Ziel. Und das lässt mich alles (meist aus den falschen Gründen!) rätseln… Lynch trifft aus Tatort trifft auf Paralleldimension trifft auf zu viel Neutralität?! Komisch. Ich weiß nicht was das soll. Und Bock das zu ergründen habe ich nicht bzw. macht der Film auch nicht… Aber cool den jungen Frederick Lau zu sehen. Ich glaube das hätte alles aber im besseren Fall viel böser und bissiger mit deutscher Scheinheiligkeit und deutschen Abgründen umgehen müssen. So ist das nichts Halbes und nichts Ganzes. Coole Ansätze, maue Umsätze. 

… sind nicht immer tief

Fazit: „Freischwimmer“ sitzt zwischen einigen Schulbänken und geht teils tonal baden. Und trotzdem hat er als germanischer Genremix eine gewisse Unberechenbarkeit, Theatralik, Besonderheit und auch unfreiwillige Trashigkeit, Steifheit, Komik (!), was ihn für mich zumindest zu einer eigenständigen Zeitkapsel in die späten 00er macht… Gut ist aber selbstredend etwas Anderes! Zieht Bahnen um sich selbst. 

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