Das Genre des Backwoodslashers ist einfach nicht tot zu kriegen. Im Fahrwasser von „The Texas Chainsaw Massacre“ und „The Hills have Eyes“ steht nun der neuste Vertreter des Genres in den Videotheken: „Lake Dead“. In den USA lief der kleine Film auf dem After Dark Horrorfest und erntete von allen Seiten miese Kritiken. Nicht mal zu unrecht wie ich nach dem Ansehen feststellen musste.
Story: Die drei Schwestern Brielle, Kelli und Sam erben von ihrem verstorbenen Großvater ein kleines Hotel an einem See. Also beschließen die Schwestern mit ein paar Freunden dem Gelände mal einen Besuch abzustatten. Sam fährt bereits vor und wird kurz nach Ankunft entführt und im anliegenden See versenkt. Am folgenden Tag treffen auch die anderen ein. Blöd nur, dass aus ihrem entspannenden Kurztrip nichts wird als zwei degenerierte Hinterwäldler auftauchen und den jungen Teens nach dem Leben trachten…
Was braucht man alles für einen gelungenen Backwoodslasher? Ganz einfach: Eine abgelegene Gegend, ein paar hübsche und symphatische Teenies, ein paar debile Rednecks, eine flotte und spannende Erzählweise, eine paar intensive Terrorszenen, eine gute Dosis Sadismus und ein paar knallige Splattereffekte. Auf eine innovative Handlung kann man zur Not verzichten und auch das eine oder andere Logikloch sollte gekonnt durch eine flotte Erzählung überdeckt werden.
Zieht man nun aber die symphatischen Teenies, die flotte und spannende Erzählweise, die Terrorszenen, den Sadismus und den Splatter ab, gibt eine ganze Ansammlung selten blöder Szenen hinzu und voila: Dann hat man ungefähr „Lake Dead“. Die Darsteller sind allesamt nur Stereotypen zu den man keinerlei Bindung aufbaut und es somit vollkommen egal ist ob sie nun in der nächsten Minute abnippeln oder nicht. Dazu ist der komplette Film total undynamisch inszeniert worden und bietet kaum Platz für ein paar gute Schockeffekte.
Allgemein schien man auch überhaupt kein Geld für ein paar ordentliche Splattereffekte zu haben. Bis auf einen recht blutigen Headshot oder einem abgebissenen Finger bietet „Lake Dead“ so gut wie keinen Gore, sondern lässt alles nur im Off passieren um dann lediglich das Ergebnis zu zeigen. Das wäre ja noch zu verschmerzen gewesen, wenn man es wenigsten geschafft hätte ein paar Terror- und Folterszenen einzubauen. Aber auch hier: Fehlanzeige. Auch die im MPAA Rating angesprochene Vergewaltigung ist nur ein laues Lüftchen und man muss schon aufpassen das man sie nicht verpasst.
Sonderlich viel Positives gibt es bei „Lake Dead“ nicht zu vermelden. Es gibt ein paar Nacktszenen, zwei mehr oder weniger gelungene Sexszenen, den bereits angesprochenen Headshot und ein paar nette Sprüche. Achja. Hauptdarstellerin Kelsey Crane sieht gar nicht mal schlecht aus. Das waren nun auch schon die positiven Aspekte des Streifens. Witzig aber, dass man sogar bei einer „Akte X“ Folge abgekupfert hat. Z.B. die Szene in der die Mutter der beiden debilen Rednecks eine kleine Ansprache hält, erinnert sehr stark an die X-Folge „Blutschande“.
„Lake Dead“ ist nur ein sehr schwacher Vertreter der immer noch anhaltenden Terrorwelle, welchen man nicht unbedingt gesehen haben muss. Zu Recht mit vernichtenden Kritiken überhäuft schafft es Regisseur George Bessudo nur einen Horrorfilm nach Schema F abzuliefern ohne Spannung, Atmosphäre und Flair. Ein paar Titten und ein bisschen Blut machen eben noch keinen guten Film. Die guten Seiten des Filmes kann man an einer Hand abzählen. Dies und die Tatsache dass die Videothekenregale mit viel schlechteren Filmen übersät sind retten den Film vor einer noch niedrigeren Bewertung.