Blut ist dicker als Wasser, - das gilt vor allem für degenerierte Inzucht-Rednecks, bei denen die Erythrozyten wohl kaum mehr ein Drittel des üblichen Sauerstoffs ins Hirn pumpen.
Entsprechend dürfen sie hier einmal mehr Jagd auf austauschbare Teenie-Gesichter machen, in diesem völlig uninspirierten Familienfickfest ohne Wiedererkennungswert.
Einigen Slasher-Fans dürfte dies egal sein und tatsächlich kommt im letzten Drittel noch ein wenig Tempo auf, dann, wenn bereits alle Wetten auf den potentiellen Survivor abgeschlossen sind.
Auf den alten Mann zu Beginn sollte man jedoch nicht setzen, denn der bekommt alsbald sein Gehirn aus dem Schädel gepustet, weil er nach einigen Jahrzehnten feststellt, dass Inzucht keine Maßnahme zum familiären Fortbestand darstellt.
Der will eigentlich von seiner Alten weg (die begegnet uns etwas später als Empfangsdame im Motel), wird aber von einem Cop angehalten und umgenietet (den sehen wir auch noch mehrfach).
Kurz darauf erhalten drei Schwestern um Brielle die Nachricht einer Erbschaft, und obwohl ihr Suff-Dad sie eindringlich davor warnt, nehmen sie die Gelegenheit wahr, mit einigen Freunden dorthin zu fahren. Nettes Motel, netter See und zwei weniger nette Kain und Abel, die mit Axt und bloßen Händen Gesetze brechen.
Leider begeben wir uns mit den üblichen Bla-Bla-Mäuschen („Ich liebe deinen Teint“) und den wenig markanten Dreibeiner-Posern auf die Reise.
Die Girlies kann man nur schwer auseinander halten, bei den Typen geht’s, - das sind auch nur zwei. Charakterisierung null, Titts & Ass – Anteil okay, Unterhaltungswert bis zum ersten Mord: Oh je.
Die Behandlung des ersten Opfers lässt zwar einen gewissen Einfallsreichtum aufkommen, der sich im Verlauf jedoch nicht bestätigen kann. Da wird der Person ein Stock durch beide Beine gebohrt, eine Kette durchgeschoben, dann ein Gewicht dran und ab in den See.
Nachfolgend belässt man es eher bei unspektakulären Einsätzen wie Erwürgen, Genickbruch oder allenfalls einer Spitzhacke im Gesicht. Allzu viele Splatterszenen sind nicht auszumachen, auch wenn im Zuge von Gegenwehrmaßnahmen sogar Schädel mit einem Gewehrkolben zermanscht werden.
Alles weitere entfaltet sich recht erahnbar und folgt dem üblichen Genreschema ohne Überraschungen. Die Nymphe verführt zum Fremdgehen beim Holzsuchen, schnelle Nummer und zack, Einschreiten der Redneck-Brüder. Dann taucht der Cop auf, nachdem man die erste Leiche vorfindet, wähnt sich in Sicherheit, bis man Schlafmittel durch Kaffe zu sich nimmt.
Der Rest besteht aus dem üblichen Festbinden, Befreien, Weglaufen, Zweikämpfen und einem Showdown in einer Scheune, zu dem der zu Beginn warnende Suff-Dad pünktlich eintrifft.
Zumindest kann man dem letzten Drittel ausreichend Drive bestätigen, auch wenn einem Mitfiebern die emotionale Grundlage fehlt.
Dafür gibt’s aber den obligaten Schlussgag, nachdem die meisten Zuschauer ihren oben erwähnten Wetteinsatz zurück erhalten.
Es ergibt sich also der austauschbare Slasher mit den üblichen Redneck-Zutaten, Familie muss erhalten werden, alle übrigen kalt machen, und zwischendurch, zur graphischen Bestätigung der Blutschande, einen dicken Schmatzer zwischen Sohn und Mutter, die sich auf ihre spezielle Art um ihren gemeinsamen Nachwuchs kümmern.
Weniger derb als erhofft und belangloser als befürchtet, - nur für Allesseher dieses Genres vorsichtig zu empfehlen.
4,5 von 10