In der dritten Runde von "Freitag Der 13." wird als Einführung wieder das Finale vom vorigen Sequel gezeigt, an das die Geschichte chronologisch direkt anschließt. Jason geistert noch immer in den Wäldern rund um den Crystal Lake umher, seine Mordlust ist noch immer nicht befriedigt. Die einleitenden Dezimierungen von ahnungslosen, einfältigen Einheimischen reichen da auch nicht und so beschert uns das Drehbuch, quasi als Extended Version der Vorgänger, noch einmal eine Gruppe Teenager, die ihre Ferien in der unheilvollen Gegend verbringen wollen, natürlich ganz ungezogene noch dazu. Mittlerweile raucht man schon Wasserpfeifen statt Joints und die Frage nach Sex wird schon fast beiläufig und abgeklärt in Taten umgesetzt. Wer da mangels passendem Partner nicht mithalten kann, versucht anderweitig auf die rote Liste vom Psychopathen zu kommen, wie z.B. der Gruppenkasper Shelley mit seinen makaberen Scherzen, die alle nerven. Das Hippiepärchen könnte direkt aus "Cheech & Chong" entsprungen sein und die bösen, bösen Rocker, nun ja, warum sollten die auch ausgerechnet überleben. Nach dem schwachen Vorgänger waren die Erwartungen an Steve Miner nicht allzu hoch, doch mit dem dritten Teil der Slasherserie glückte ihm eine klare Verbesserung in seiner Interpretation des furchtbaren Killers als rübensackmaskierter Hinterwäldler aus Teil 2. Selbstironisch zieht das Drehbuch einen Haufen kleiner Ideen aus dem Hut, die amüsieren. Der Horrorfreak Shelley hat in seinem Requisitenfundus zum Glück auch eine Eishockeymaske, die später vorzüglich den zunächst blanko herumkrauchenden Jason ziert. Bessere Killerattacken, mehr spannende Szenen sowie mehr Shockfakes wissen zu unterhalten, während die üblich dünne Rahmenhandlung, sofern man denn eine ausmachen kann, absolut nichts Neues bietet, juchu. Die junge Chris beweist sich ihren Mut nach zwei Jahren Abwesenheit vom Crystal Lake, denn damals wurde sie von Jason entführt und wachte im Bett wieder auf, wer soll denn das glauben, ach egal. Die Darsteller wirken etwas älter und spielen recht solide im Gegensatz zu dem, was da noch so durch diese endlose Serie geschleust werden wird, Glanzpunkte gibt es natürlich nicht. Das gilt in gewisser Weise auch für die Morddarstellungen, die uns blöden Konsumenten die MPAA übrig ließ, die sind im Gegensatz zum Vorgänger wieder etwas besser ausgefallen, neben der schon obligatorisch von-unten-durchstochen Szene wartet erst die zweite Hälfte mit einigen ansehnlichen Goreeffekten auf und wird erst im Finale etwas expliziter. Doch auch bei den Tötungen war man nicht ganz humorlos, wenn ein Auge in Richtung Kamera aus einem Kopf gequetscht wird oder eine menschliche Überbrückung am Stromkasten hängt. Die letzten zwanzig Minuten haben nach einem sehr gewöhnlichen Mittelteil doch noch Slasherstimmung, wie sie sein sollte: Spannend und bedrohlich wird die neue Scream Queen gejagt, nie in Sicherheit, dafür ständig in Panik. Diese Atmosphäre zeichnet "Und wieder ist Freitag der 13." wohl am positivsten aus. Das Ende spielt noch einmal mit dem Original, bis die Polizei, die dort anscheinend alljährlich nur zum Leichen einsammeln vorbeikommt, den Killer vermeintlich tot liegen lässt. Das heisst dann wohl überdeutlich: Weiter geht es mit Teil 4.
Fazit: Stellenweise atmosphärischer Nachfolger ohne nennenswerte Innovationen und mit dem üblichen Bodycount . 5/10 Punkten