Review

Der in 3-D, der mit dem Rockertrio, der erste Auftritt der Eishockeymaske.
In eine andere Dimension (Outrider?) werden befördert: Zwölf Personen.
 

Lief doch gut, mit dem Steve Miner, der macht das gleich noch mal. Lief nicht so gut mit der Story, die wird ja langsam dünn, da brauchen wir ein ablenkendes Gimmick. Etwas Futuristisches, Herrgott, wir haben 1982, Leute! Da geht einiges! Stichwort: 3-D!
Soweit die Überlegungen der Produktionsfirma (aus dem Gedächtnis geskriptet), die dem erneut ein Jahr nach dem letzten Film folgenden Ableger der „Freitag“-Reihe vorausgingen.

Und besagtes Gimmick scheint wirklich das Glanzlicht in der Kreativabteilung gewesen zu sein, denn das Drehbuch präsentiert uns mit „Higgins Haven“ das nunmehr dritte Ausflugsziel am Mördersee, und es finden sich wieder junge Leute, die sich von der mittlerweile beachtlichen Vergangenheit derartiger Etablissements nicht schrecken lassen. Sowas von dummdreist, denen muss man’s aber richtig geben! 

Nachdem wir die heimtückische Ermordung Kevin Klines zu Beginn verdaut haben (so wie er hoffentlich das Fischfutter) und uns schon mal ein wenig an die Eigenart von 3D-Filmen, Objekte immer möglichst nahe an die Kameralinse zu bewegen, gewöhnen konnten, rückt dann auch schon die fröhliche Meute an, riesige Mengen Gras im Gepäck (was in der Arglosigkeits-Angelegenheit wieder für sie spricht). Es ist die übliche formlose Teeniemasse, die hier versammelt wird, und aus der höchstens das Kifferpärchen (sie heißt Chili, aber das gibt keine Pluspunkte) und Schauspielschüler Shelly hervorblubbern. Shelly, dick und unverstanden. Durch Streiche um Aufmerksamkeit buhlend. Sein existenzielles Drama wollen wir uns noch ein wenig näher anschauen. 

Aber zuvor wird über die Landstraße gezuckelt, die von Ralph-Ersatz Abel liegenderweise blockiert wird. Der geht’s schon mal entspannter an als sein Vorgänger, ist man versucht zu denken, doch da ist der Kerl schon auf den Beinen und beweist, dass er in Sachen Rumdoomerei locker mithalten kann. Und dass er als Argumentationsverstärker noch einen Augapfel mit sich herumträgt, hilft da natürlich auch. 

Im Feriendomizil angekommen, stiftet Shelly mit einer vorgetäuschten (also bitte, ich schreib’ doch nicht „gefaked“) Ermordung gleich mal Unruhe, und droht es sich sympathietechnisch mit der netten Brünetten zu verscherzen. Es ist der pure Frust, der Shelly antreibt, denn alle anderen tollen unbeschwert herum oder haben Hängemattensex.
Pluspunkte macht er erst wieder, als er beim Einkauf im Dorfsupermarkt nach der ziemlich ruppigen Behandlung durch die lokale Rockerbande mit seinem Käfer eine Ehrenrunde über deren Motorräder dreht. Nicht schlecht, Shelly, so schindet man draufgängerischen Eindruck bei der Damenwelt. Nur bei ortsansässigen Chaoten macht man sich so keine Freunde, denn die schwören tankabzapfende Vergeltung und bereiten so unwissend den dramatischen Showdown vor. Denn, man hatte ihn schon fast vergessen, da ist ja noch der übellaunige Mr. Voorhees, der langsam auf Betriebstemperatur kommt, mangels Sack aber immer angestrengt hinter gesichtsverdeckenden Objekten Stellung beziehen muss. 

Es spricht deutlich für Miners Regiearbeit, Jason bewusst lange aus den Ereignissen heraushalten zu können, und überhaupt ist „Und wieder ist…“ noch eine Spur abgeklärter und selbstbewusster in Szene gesetzt als der Vorgänger. Manche Szenen werden im Tempo quälend gedrosselt, um dann doch wieder blitzschnellen Gewaltspitzen Platz zu machen. Alle möglichen Blickwinkel werden ausgekostet, in einer sonnenbeschienenen Szene schauen sich Jason und sein Opfer sogar direkt durch ein Scheunenfenster an.
Dabei schwingt auch ein Humor mit, der im weiteren Verlauf der Serie immer aufdringlicher werden wird, und aufgrund ihres schamlosen Wiederholungskonzepts auch unabdingbar scheint. Einen visuell-humoristischen Höhepunkt bildet in dieser Hinsicht die Einstellung des von einer Axt im Gesicht getroffenen Jason, der ruckartig die Arme hebt, wie um nach kurzer Bedenkpause inklusive Schmerzempfinden und Hinterfragung seiner Tätigkeit doch dem Würge- und Morddrang nachzugeben.
Damit lösen sich die Filme auch langsam von ihren ernsten Vorbildern und Wegbereitern, treten ins Stadium des selbstreferenziellen Augenzwinkerns und laden ihr Publikum ein, auf Jasons Seite Stellung zu beziehen: Axt im Gesicht und trotzdem weitergemacht, das verdient Respekt.  

Und Shelly? Lernte nicht aus seinen Fehlern und spielte weiter Streiche. Erlitt eine tödliche Schnittverletzung, dieses Mal ungefaked. Geht er als der unnütze Tunichtgut in die Geschichte ein, als der er sich selbst immer sah? Hat er nichts bewegt? Doch, hat er. Er hinterließ Jason seine Eishockeymaske. Und schrieb damit Slashergeschichte. 

Gut gemacht, Shelly.

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