Nachdem auch Teil 2 an den Kinokassen große Erfolge feierte (warum auch immer) war ein dritter Teil natürlich die logische Konsequenz. Lustig ist hierbei, dass der Film wenige Tage nach Teil 2 spielt und es somit mehr als unwahrscheinlich ist, dass der Film an einem Freitag spielt und es noch viel unwahrscheinlicher ist, dass er an einem Freitag den 13. spielt.
Wie schon erwähnt spielt Teil 3 wenige Tage nach dem zweiten Teil, ohne auf diesen großartig Bezug zu nehmen (man nudelt nur das Finale von Teil 2 noch einmal durch). Nach der schrecklichen Mordserie hält alle Welt Jason für tot, doch die Morde an einem Ehepaar, das eine Tierhandlung betreibt erinnern zu sehr an Jason, als dass dieser tot sein könnte. Einige Jugendliche haben jedoch davon anscheinend nichts mitbekommen, so ziehen sie unbekümmert los um in der Nähe des Crystal Lake ihre Ferien zu verbringen. Ein fataler Fehler ...
Wie bei den meisten Slashern üblich muss man, bevor man mit der eigentlichen Handlung beginnt erst mal einen Mord des Killers zeigen um die Zuschauer bei Laune zu halten, so auch hier, ein Ehepaar, dass mitten im Wald lebt muss herhalten. Diese Szene ist toll inszeniert, die Atmosphäre ist ziemlich bedrohlich, man spielt mit den Erwartungen des Zuschauers, legt falsche Fährten und dreht immer wieder an der Spannungsschraube, tolle Anfangssequenz, die auf einen tollen Film hoffen lässt.Anschließend wird dann die altbekannte Story aufgefahren, die man hier nur sehr gering variiert. Einige dumme Teenies (Pausenclown inklusive) werden in die Wildnis gekarrt um als Metzelmasse für Jason zu dienen. Doch im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen macht der Film was die Story angeht sehr viel richtig. Schon bald pickt man sich eine Hauptperson heraus, die dann eindringlich beleuchtet wird, es stellt sich heraus, dass sie schon einmal Kontakt mit Jason hatte, somit schafft der Film das, was die meisten anderen Teile nicht auf die Reihe bekamen, er hat einen gelungenen Hauptcharakter zu bieten, den der Zuschauer auch etwas näher kennen lernen darf und ihn auch sympathisch findet, sodass man hier erstmals mit einem Charakter mitfiebern konnte. Auch einige andere Personen werden etwas genauer vorgestellt und sind fast allesamt sympathisch, sodass es dem Zuschauer manchmal fast leid tut, wenn sie den Löffel abgeben. Dabei geht man nach der Regel vor, wer so gut wie gar nicht vorgestellt wird wird ziemlich bald dahingerafft, wer etwas genauer unter die Lupe genommen wird darf länger leben und ein Hauptcharakter, über den man am meisten erfährt wird den Film überleben und wer sich unmoralisch verhält hat sowieso nicht mehr lange zu leben. Grund dafür, dass einige Protagonisten recht sympathisch sind ist, dass sie auch mal über etwas anderes reden als über Sex und Beziehungen und alle ihr kleinen Macken haben. Die typischen dummen, sexsüchtigen „Friday"-Charaktere sind natürlich auch vorhanden, aber da die ziemlich bald den Löffel abgeben interessiert das nicht. Die Darsteller gehen in Ordnung, sie werden keinen Blumentopf gewinnen, aber für „Friday"-Verhältnisse sind sie ja schon fast Weltklasse. Die Dialoge kann man auch gelten lassen, immerhin hat man sich hier entschieden mehr Mühe mit dem Drehbuch gegeben, als im direkten Vorgänger, der vor allem an seinem verkorksten Drehbuch gescheitert ist.
Auch schafft es der Film ausgezeichnet den Mittelteil, der in den allermeisten Slashern immer der größte Schwachpunkt ist zu überbrücken. Hier gibt es eine gelungene, unterhaltsame Neben-Story, die sich um ein paar Rockern dreht, die sich mit den Urlaubern anlegen (oder eher andersrum?). Dieser Nebenplot ist dann entscheidend für das Finale und bietet erste Metzelmasse für Jason.Was auch gut gefällt ist der sorgsam ausgewählte Handlungsort, der Film spielt auf einem Anwesen mit Häuschen und einer Scheune nebenan. Das ist zwar jetzt keine großartige Veränderung im Gegensatz zu den anderen Teilen, doch weiß man hier mit der Location etwas anzufangen, die verwinkelte Scheune mit der Treppe, das zweistöckige Haus, der Wald, der Keller, alles wird optimal ausgenutzt um eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, alles wirkt sehr unheimlich, sodass die Spannung immer auf einem hohen Niveau gehalten wird, sehr gut gemacht!
Der Film lief in den Kinos in 3-D, da wirken natürlich einige 3-D-Effekte auf der heimischen Glotze etwas komisch (wobei man für die Szene mit dem herausspringenden Auge gar keine 3-D-Brille braucht ;-)), was aber absolut zu verschmerzen ist, ich würden den Film echt gerne mal in 3-D sehen.
Insgesamt richtig toller Slasher, der eigentlich alles richtig macht ohne aber das Muster groß zu variieren, die Charaktere sind für Genre-Verhältnisse absolut gelungen, man kann teilweise mit ihnen mitfiebern, das Drehbuch ist gut durchdacht, die Morde hübsch brutal und kreativ, so wie es sein soll, Jason bekommt endlich seine Maske, die Atmosphäre ist richtig genial, der Streifen ist spannend ohne Ende und hat ein actionreiches Finale zu bieten. Hier stimmt fast alles, einer der allerbesten „Friday"-Teile!
8/10 Punkte sind auf alle Fälle drin!