Review

Jason meets 3D... Hurra?
Nachdem auch Teil 2 ein beträchtliches Sümmchen für das eigentlich laue Budget eingespielt hat, wurde wieder mal Steve Miner als Regisseur für den nächsten Teil verpflichtet. Zuerst hab ich mich natürlich gefreut, weil Miner auch den (meiner Meinung nach) völlig unterschätzten Vorgänger gut hinbekommen hat, doch zwei Dinge werden dem zweiten Sequel doch zum Verhängnis. Zunächst mal der Quatsch mit den 3D-Effekten, der dem ganzen einen Hauch von Jucks und Dollerei einbringt, und zweitens die unzähligen Anspielungen auf die Vorgänger, als hätten die Autoren aus Langeweile einfach ganze Szenen in den neuen Film übernommen.

Doch halt. Zunächst mal wird uns wieder das Finale aus Teil 2 vorgekaut, und das gehört fast noch zum besten am ganzen Film. Leider brachte es die deutsche Synchro schon wieder nicht fertig, die richtigen Stimmen für diese lange Rückblende zu verpflichten. Wie auch immer, nachdem das Wissen um Jasons letztes Ende wieder aufgefrischt wurde, geht die "Handlung" auch los. Wir treffen mal wieder eine Truppe von Jugendlichen, die sich wohl eine schöne Zeit im Wald am Crystal Lake machen wollen (Welch Zufall, andere Seen gibt es in Amerika wohl nicht). Diesmal ist die Gruppe noch austauschbarer als je zuvor. Hatte man vorher wenigstens noch die Klischeeburschen, springt einem hier eigentlich gar nichts ins Auge, höchstens zwei Hippies, die konsequent an ihrer Bong nuckeln.

Der See ist erreicht, alle breiten ihre Fühler aus und beginnen, sich wohl zu fühlen. Tja, wäre da nicht Spaßbremse Shelly, der mit seinen eigenwilligen Scherzen keinem wirklich Laune macht. Der Gag Ich-haue-mir-eine-Gummiaxt-in-den-Kopf stößt eher auf Empörung seitens aller Beteiligten. Dabei hat Lockenkopf Shelly ein Auge geworfen auf ne' junge Dame (Sorry, Name vergessen, wie von fast allen... warum wohl), mit der er dann auch mal zur Tanke fährt um Proviant einzukaufen. Dort treffen sie eine militante Truppe ganz harter Rocker. Eine Augenweide hierbei ist der schwarze Riese mit der deutschen Stimme von Homer Simpson. Noch ein Grund, die Scheiße nicht ernst zu nehmen.

Nun ist man irgendwie im Clinch mit Leder-Rockern, die doch nur wieder Futter für Jason abgeben, der nach diversen Schleich- und Versteckmomenten endlich mal loslegen darf. Die Rocker sterben jeweils mit einer Mistgabel im Bauch. Prost.
Jetzt beginnt auch der Countdown, und man streicht relativ unüberrascht die Liste ab, wer jetzt tot ist oder wer es bestimmt gleich sein wird. Jason greift zu vielfältigen Methoden. Neben den alteingebrachten spitzen Gegenständen im Kopf zerteilt er einen Typen ordnungsgemäß, sticht dessen Freundin von unten durchs Schlafgemach durch den Bauch (woher kenn ich das bloß...), röstet Papa-Hippie und drückt einem anderen den Schädel platt.

Langweilig. Der Vorgänger war wenigstens noch spannend und nicht so ergiebig darauf aus, möglichst bescheuerte Todesarten zu präsentieren. Zudem setzt die 3D-Technik (die damals für ein oder zwei Jahre Kult war und dann wohl doch als Fehlgeburt angesehen wurde) dem Streifen ganz schön zu. Das ist ärgerlich, weil all diese unnützen Szenen in 2D keinerlei Verwendung finden. Da werden Gegenstände möglichst nah in die Kamera gehalten, um räumliche Effekte darzustellen; ein Jo-Jo wird fast eine halbe Minute als Eyecandy benutzt; eine Harpune springt den Zuschauer an, wenig später ein ganzes Auge; mein Gott, sogar explodierendes Popcorn soll den "Cool!"-Effekt bringen.

Zudem ist es dreist, wieviel hier aus dem Original kopiert wird. Da fliegen schon wieder Leute tot durchs Fenster oder Autos springen im entscheidenen Moment nicht an. Der Schluss ist hierbei wirklich fast 1:1. Die letzte Überlebende paddelt auf einem Boot raus auf den Tümpel, wacht auf und wird (im Traum natürlich) von Jasons verwester Mutter ins Wasser gezogen. Wieder in Zeitlupe. Neue Ideen gleich Null.
Richtig schön sinnlos ist für mich aber der Einsatz des neuen Bekloppten, nachdem Dorfidiot Ralph ja in Teil 2 sein Leben lassen musste. Diesmal ist es eben ein anderer, der die neuen Opfer vor dem Untergang warnt. Aber richtig toll finde ich das Treffen mit dem besagten Irren. Die Jugendtruppe fährt mit dem Auto, und wirklich kurz vor Feierabend stößt die Beifahrerin ihre Nachbarin an und keift: "Pass auf! Da liegt'n Mann!" Ja, mein Gott, sieht man das nicht als Fahrer schon von weitem? Warum liegt er da überhaupt auf der Straße? Wie? Was?

Und das Ende vom Lied: Steve Miner enttäuscht mit dem dritten Teil der Reihe auf fast ganzer Linie und zaubert den bis dato schwächsten "Friday"-Film. Man kann sich nicht einfach nur auf die paar 3D-Effekte verlassen, die heute eh niemanden mehr vom Sessel reißen. Und wie oft will man noch den See im Wald als Handlungsort missbrauchen? Das Pferd ist doch nun langsam echt totgeritten. Von den zahlreichen Kopien mal ganz abgesehen. Im Nachhinein muss ich ziemlich enttäuscht feststellen, dass Teil 3 nur deswegen halbwegs sehenswert ist, weil Jason das erste mal mit seiner berüchtigen Eishockey-Maske mordet. Naja, wie auch immer... Hey, pass auf! Da lieg'tn Mann!

Fazit

Äußerst lahmes Sequel ohne jeden Antrieb, mit langweiligem Storygerüst, sinnfreien 3D-Effekten und der härtesten Rocker-Truppe aller Zeiten. Wer zufällig die 3D-Version sein Eigen nennt, kann sich zumindest auf ein rausspringendes Auge freuen.

3/10

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