Und zum dritten Mal ist Freitag der 13. ... - nee, nicht ganz. Denn die Handlung spielt ein oder zwei Tage nach den Geschehnissen vom zweiten Teil. So müsste also Samstag oder Sonntag sein, bei dem in einem nahegelegenen, einsamen Herrenhaus (ja, man hat mal endlich die Location gewechselt) von Camp Crystal Lake wieder deftig auf's Schnitzel gekloppt wird. Immerhin ist dieser dritte Teil beschlagnahmt und schon alleine aus diesem Grund erwarte ich hier mehr roten Saft, mehr Morde und more Titties...
Auf dem Regiestuhl nahm wie beim zweiten Teil Steve Miner Platz und er feierte eine ganze Reihe an Premieren mit diesem Teil: Nicht nur, dass dieser Film der erste von insgesamt zwei Teilen darstellt, der aus dieser Reihe beschlagnahmt worden ist - nein, nach Mama (im ersten Teil) und Jason mit Papiertüte auf dem Kopf bekommt unser fieser Killer endlich seine berühmte Eishockeymaske vor die Fratze geballert - so wie wir ihn alle heute kennen und lieben. Abgerundet wird das ganze noch, dass dieser Film in 3D *hüstel* gedreht worden ist. Kennt ihr ja noch alle? Die Papierbrillen mit einem roten und einem grünen Glas. Und wenn man beim Film genau hinschaut, sind genau diese Farben sehr oft vertreten. Ich meine, wer hat keine grünen Türen oder roten Fensterrahmen zuhause? Ganz ehrlich, dass 3D war damals absoluter Crap (bei "Nightmare on Elmstreet Teil 6" hat man ja auch so ein Experiment gestartet) und natürlich sollte man den Film normal schauen, bevor man sich diese aus einem YPS-Heft stammende Quietschi-Brille aufsetzt.
Wie schon beim zweiten Teil sieht man einen Rückblick zum Finale, der 1:1 ohne Schnitte übernommen wurde. Das ist ganz nett, aber gerade wenn man wie ich die ganze Reihe an ein paar Tagen vergewaltigt und plündert, nervt solch eine Rückblende. Das fließt jedoch nicht in die Bewertung mit ein. Gut, die knapp acht Minuten kann ich verschmerzen, doch dann präsentiert uns Steve Miner erst einmal ein Ehepaar, die ungefähr so harmonieren wie Batman und Joker. Noch schlimmer: Man weiß genau, dass diese beide kettenrauchenden Statisten lediglich präsentiert werden, um den Pint auf den Tisch zu legen und zu sagen: Hey Leute, Jason ist nicht tot. Er ist immer noch da und wichst alles, was einen Herzschlag hat, weg. Mit der Rückblende werden knapp 20 Minuten verschwendet, bevor es mit dem Hauptplot beginnt.
Und endlich haben wir Charaktere, die zwar immer noch nach Baukastenprinzip gezeichnet worden sind, die einem aber nicht ganz egal sind, da es u.a. das dauerkiffende Hippie-Ehepaar gibt und auch die männliche Jungfrau Shelly (Larry Zerner), der etwas komödiantischen Anteil mit reinbringt. Außerdem gibt es neben den langweiligen aalglatten Model-Charakteren noch ein rebellisches Trio, das unserer Gruppe gar nicht wohl gesinnt ist. Leider sind das alles Nebencharaktere - den Takt bestimmen wieder Kinderriegel-Milchgesichter, die flach wie ein Brett gezeichnet sind und nur hübsch und dumm in der Gegend rumstehen mit einem Schild auf dem Rücken: "Please kick my maddafugging Ass". Aber immerhin, insgesamt gesehen ist hier eine Steigerung zu erkennen.
Dennoch braucht auch dieser Teil einfach zu lange, bis er mal in die Vollen geht. Sporadische Morde und unser Antiheld Jason wird erst gen Schluss mit Maske vorgestellt. Ansonsten sieht man nur seine Füße oder Ansichten ohne Gesicht. Der Mittelteil zieht sich also, bis auf die erheiternden Szenen, wie Gummi. Dennoch muss ich zugeben, dass hier auch endlich mal das Stilmittel "Schockeffete für den Zuschauer" öfters eingesetzt wird. Also nicht jeder "Moment" bedeutet, dass Jason einen den Darm kastriert, was dem Film gut tut. Doch irgendwann beginnt auch wieder hier das Abschlachten sämtlicher Charaktere und das hat es in sich. Im Gewaltindex übertrifft er seine beiden Vorgänger - dennoch ist es heutzutage natürlich ein Witz, dass dieser Film immer noch beschlagnahmt ist.
Wer überlebt, ist mal wieder nicht der Rede wert, da es natürlich die Kackbratzen sind, für die man sich gar nicht interessiert. Der treibende Score ist wie in der ganzen Reihe phänomenal in Szene gesetzt und punktet somit auch wieder.
Teil 3 ist mal ein Anfang. Das erste Mal hab ich mich etwas unterhalten gefühlt, auch wenn der lange Mittelteil nicht so recht überzeugen will und der Anfang mich persönlich mit seinen Rückblenden und dem erdolchten Ehepaar gestört hat. Insgesamt ein unterhaltsamer Film aufgrund des blutigen Bodycounts, der Musik, den Schockmomenten die es bis dato noch gar nicht gab und den bunten Nebencharakteren, auch wenn sie heutzutage etwas altbacken wirken.
6/10