ACHTUNG SPOILER
Wer nicht über diverse Details des Films informiert werden möchte, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.
Story:
Direkt im Anschluss an Teil 2 beginnt Part 3: Wer glaubt, die Machete in der Schulter hätte Jason außer Gefecht gesetzt, liegt gänzlich falsch. Denn kaum haben Ginny und Paul dessen Hütte verlassen, rafft sich der Killer wieder auf. Nachdem er die beiden Besitzer eines kleinen Supermarktes umgebracht hat, macht er sich wieder auf gen Crystal Lake, wo sich günstigerweise wieder einmal ein Haufen Teenies plus zwei ewig kiffende Hippies plus Campleiter plus Rockertrio eingefunden haben. Dass diese stattliche Anzahl potentieller Opfer schon bald zu schrumpfen beginnt, steht außer Frage; überleben tut das Blutbad zum dritten Mal lediglich eine junge Frau – und die nimmt es mit Jason auf...
Und wieder ist Freitag der 13. Und wieder ist Jason da. Und wieder geht’s in ein Camp. Und wieder müssen die Jugendlichen dran glauben, die den Spukgeschichten um die blutige Legende des Crystal Lakes keine Beachtung geschenkt haben. Wie der (deutsche) Titel schon verrät, ist der Film gar nicht daran interessiert, geschichtsschreibende Innovationen im Slasher-Genre aufzutischen, er wurde schlicht und einfach produziert, um Geld reinzubringen und für schockende, blutige Unterhaltung zu sorgen. Eines kurz vorweg: Da der Film damals teilweise im 3-D-Verfahren aufgenommen und im Kino gezeigt wurde, darf man sich nicht wundern, wenn in so mancher Szene Gegenstände auffallend direkt in die Kameralinse gehalten werden, besonders deutlich ist das in der Szene zu sehen, in einer der Rocker von Jason mit einer Heugabel durchbohrt wird und der Typ beim zu Boden sinken sehr darauf achtet, dass der Holzgriff auch direkt auf das Kameraauge gerichtet ist. Im Kino mag das ja ganz nett gewesen sein, auf der Mattscheibe aber stört es eher als zu unterhalten.
Handlungstechnisch wurde dem dritten Part wie gesagt (genau wie im Vorgänger) wirklich gar nichts Neues mit auf den Weg gegeben und der anfängliche Logikfehler ist nicht zu übersehen: Edna schaut im Fernsehen gerade Nachrichten, in denen über das (gerade erst geschehene) Blutbad aus Teil 2 berichtet wird und der Nachrichtensprecher meint, die gesamte Region um den Crystal Lake würde von der Polizei abgesucht werden. Sobald wir uns dort befinden, ist davon aber überhaupt nicht mehr die Rede, als wäre nichts geschehen.
Auch der Ablauf wurde lediglich weiterkopiert: ein paar junge Leute fahren ins Camp, werden unterwegs noch mal von einem alten Mann gewarnt (Crazy Ralph wurde ja von Jason in Teil 2 gekillt) dass sie alle sterben werden und endlich am See angekommen wird sich vergnügt, sei es mit Sex, sei es mit Drogen. Und irgendwann bricht dann auch die Nacht herein – und spätestens mit der kommt Jason. Und er kommt sicher. Und nichts kann ihn stoppen. Man kann nur weglaufen. Wie der amerikanische Trailer verriet: You can’t fight him. You can’t stop him. And now you can’t even keep him on the screen! Am Anfang lässt Steve Miner, der uns Horrorfans ja schon einige sehr appetitliche Gänge servierte, wie schon im Vorgänger die letzten Minuten des vorangegangenen FREITAGS Revue passieren, was, wenn wir ehrlich sind, nur überflüssige Spielminuten darstellt, die keinen weiteren Sinn ergeben und allenfalls für die interessant sind, die Teil 2 nicht kennen. Allgemein lässt sich sagen, dass auch der dritte Teil an der Tatsache krankt, dass teilweise Füllmaterial nonstop verwendet wurde, anstatt Spannung aufzubauen. Die Bedrohung durch Jason kommt zunächst nur unterschwellig zur Geltung, ist aber längst nicht mehr so allgegenwärtig wie sie das noch zu Zeiten von HALLOWEEN oder FREITAG DER 13. war. Wie Jason die Rockertypen kalt macht, hat zwar Stil und Kultiviertheit, doch da der Schauplatz dieser Szene eine Scheune bei hellem Tageslicht ist, ist der Angstschweiß auf dem Rücken wohl nur bei den zartesten der Zarten zu finden. Die Figurenzeichnung ist gleich null und die Dialoge sind teilweise einfach nur herrlich blöd und albern, gegenüber dem Nachfolger ist das hier aber fast noch ernst zu nehmen.
Doch zu sehr will ich den Streifen jetzt nicht runtermachen, weil er es nicht verdient hat. Denn Steve Miner hat seine Karten nicht ganz ungeschickt ausgespielt. Er lässt Jason vorerst größtenteils im Hintergrund agieren und streckt das Ganze wieder einmal ordentlich in die Länge; minutenlang läuft irgendjemand durchs Dunkel, ohne das etwas passiert und man ist schon dabei, sich daran zu gewöhnen, als dann mit einem Mal etwas geschieht. Atmosphärisch gesehen kommt der dritte Teil der berüchtigten Reihe durchaus dicht daher und man findet so manchen spannenden Moment. Wirklich gruselig dürfte es aber wohl nur noch für Genre-Newbies werden.
Ein Wort zu den Akteuren: Figurenzeichnung gleich null, Darstellung mittelmäßig bis nichtssagend. Lohnt es sich wirklich, über diesen Punkt lange zu diskutieren? Hier werden die Charaktere noch weniger beachtet als in Teil 2 und wer sein Leben verlieren wird, ist auch von vornherein recht klar: alle bis auf die Hauptfigur Chris, die bereits eine Begegnung mit Jason hatte (auch hier ein Logikfehler). Dieser bekommt nun endlich seine Hockeymaske. Jasons Make-up am Ende ist nicht so albern, wie ich gedacht hatte, sieht allerdings anders als in Part 2 aus (da hat seine unrasierte Fresse beim Finalschock noch etwas mehr gerockt), auch die Haare sind weg. Schon wieder komisch: schließt dieser Film nicht direkt an den letzen an?! Oder war der Gute zwischendurch beim Friseur?
Da der Film neben Teil 4 der einzige der Reihe ist, der bis heute beschlagnahmt ist, interessieren einen natürlich vor allem die Morde; die fallen dieses Mal doch deutlich härter aus, der Bodycount steigt auf 12. Der zweite Teil war in dieser Hinsicht in der Tat etwas zu seicht geraten, die Splattereffekte wirkten bescheiden; hier fährt Jason nun schwerere Geschütze auf. Die Szene, in der er Vera mit einer Harpune ins Auge schießt, wirkt sehr gelungen (klar, ich hab die Plastikschnur auch gesehen…), auch Andy’s Tod (Jason schlägt ihm eine Machete zwischen die Beine, der Schnittfehler, durch den plötzlich das ganze Blut verschwunden ist, ist wirklich sehr schade) ist hart und lässt die vorangegangene ‚Friday Light Edition’ vergessen. Die Make-up – Effekte sind allesamt professionell und ordentlich in Szene gesetzt. Lediglich die kurze Einstellung, in der Rick den Kopf zerdrückt bekommt und sein linkes Auge herausgedrückt wird, sieht sehr unecht aus. Abschließend lässt sich aber sagen, dass der Streifen neben Teil 4 die besten und wohl auch brutalsten Szenen der Reihe beinhaltet. Sicher, nach heutigem Ermessen… bla bla bla…
Der Showdown fällt auch eher in die Kategorie „Keine Jugendfreigabe“: nachdem Jason Chris eine ordentliche Zeit lang durch Häuser und Gelände bis in die Scheune hinein gejagt hat, hackt Jason dort einem der überlebenden Opfer die rechte Hand mit einer Machete ab, wird dann von Chris bewusstlos geschlagen und an einem Strick aufgehängt, bevor er von ihr eine Axt in den Kopf geschlagen bekommt. Warum dieser Teil, obwohl deutlich krasser als Teil 2 und spätere Teile die nachträglich noch entschärft werden mussten, auch ein R-Rating bekam, ist mir ein Rätsel.
Eine Sache hätte man wohl noch etwas verfeinern können (wohlgemerkt: können, nicht müssen): die Location. Der Trailer verkündet: Join Jason in the woods… If you dare! Aber wo bitteschön sind die Woods? Der Crystal Lake (war in Wirklichkeit so groß wie ein Schwimmbecken) ist kaum zu sehen und in der letzten Einstellung wirkt er viel kleiner als die echten Seen aus Teil 1 und 2. Und der Wald, bislang unübersehbarer Bestandteil der Atmosphäre, ist hier nur spärlich vorhanden (es wurde nördlich von L.A. auf einer Filmranch gedreht), auch das ‚Camp’ hat mehr Ähnlichkeit mit einer Farm mit Mini-See, vor allem auch wegen der Scheune. Vielleicht liegt es gerade daran, dass die Spannung zunächst nicht so recht zünden will, da dieses gewisse optische ‚verwinkelte’ Etwas hier nicht mehr ganz so rüberkommt. Ist aber halb so wild, denn die Optik kann trotzdem noch sehr gefallen.
Vielleicht ist es dem Titelanhang ‚3-D’ zu verdanken, aber die Bilanz war goldwert: der mit $4 Mio. produzierte Schocker nahm in den amerikanischen Kinos damals $36,6 Mio. ein.
Im Endeffekt darf man Steve Miner ein Lob aussprechen, er führt solide Regie, positioniert die Schocks recht gekonnt und zeigt dem Fan den Jason, den er sehen will: mit Hockeymaske, brutal und kompromisslos. Auch spannungstechnisch, atmosphärisch und optisch ist Teil 3 im Vergleich zu späteren Vertretern der Reihe ein echter Genuss und hat einen gewissen ‚klassischen’ Flair. Abzüge gibt es hier lediglich für die 3-D – Effekte, die dem Film heutzutage doch eher eine alberne Note verleihen und noch eventuell für den Titelscore, der dieses Mal statt aus den gewohnten Orchestertönen aus einer Art Discomucke besteht und nicht so recht zu dem Streifen passen will. Dennoch kann man sich Teil 3 genüsslich geben, denn schon alleine die Effekte reißen eine Menge raus und verglichen mit einigen der Nachfolger kann man hier noch von einem rundum tollen Schlitzerfilm sprechen, der dem wahren Fan absolut gefallen wird und über Kultstatus verfügt – dies ist nämlich nicht nur mit der beste Teil einer der berühmtesten Horrorreihen aller Zeiten, hier erhält Jason nun auch endlich die Hockeymaske. Ein schön anzusehender, gelungener Slasher mit flachen Charakteren, coolem Showdown und harten Splattereffekten, der die Reihe ideenlos, aber in gewohnter Freitag der 13. – Manier erfreulich ordentlich fortführt und längst Kultstatus erreicht hat. Klar, heute würde keiner mehr auf diese Art einen Horrorfilm drehen, aber gerade das verleiht dem Film diese urige Note – und für die Verhältnisse von vor über 20 Jahren muss dieser Slasher ganz schön krass gewesen sein.