Review

Nach dem eher schwachen zweiten Teil der Reihe entpuppt sich „Und wieder ist Freitag der 13te“ ein spannender Standardslasher.
Für alle, die den Vorgänger nicht gesehen, wieder vergessen oder verdängt haben, beginnt Teil 3 noch einmal mit dessen Finale, in dem Jutesack-Jason scheinbar zu Strecke gebracht wird – nur mit der Modifikation, dass seine Leiche für die Polizei unauffindbar bleibt. Dies ist ein Rezept, das bald auch von den Nachfolgern der Freitag-Saga übernommen werden sollte – was aber nicht immer soviel Sinn macht wie die Rückblenden in Teil 2 und 3.
Jason bleibt vorerst von der Bildfläche verschwunden, aber sobald man dann ein streitendes Ehepaar in ihrem Heim mitsamt Laden irgendwo an einer verlassenen Straße sieht, da weiß man schon wie der Hase läuft. Die beiden verbringen einen scheinbar normalen Abend mit viel Streit, ehe Jason Voorhees (Richard Brooker) auftaucht und die beiden verhackstückt. Etwas Gemetzel zum Auftakt, damit auch ja keiner gelangweilt wird – nichts Neues im Horrorgenre, aber hier durchaus spannend und fintenreich gemacht.

Derweil wollen die junge Chris Higgins (Dana Kimmell) und ihr Freundeskreis Ferien auf einer Farm machen – natürlich abgeschieden im Wald und am See. Doch während man einen frivolen Urlaub verbringt, taucht auch Jason auf und bald wieder kreischen wieder die ersten Teenies um ihr Leben…
„Und wieder ist Freitag der 13te“ erfindet das Horrorgenre zwar nicht neu, aber entpuppt sich handwerklich und inhaltlich gut gefertigter Slasher. Das Rezept ist allerdings altbekannt: Nach den Auftaktmorden ist erstmal Ruhe im Karton, es werden falsche Fährten gestreut und erst im späteren Filmverlauf taucht Jason auf, um dann schließlich (scheinbar) zur Strecke gebracht zu werden. Doch Regisseur Steve Miner erzählt seine Story temporeich und verpackt das Ganze in nette Bilder (die Farm ist eine nicht originelle, aber schicke Location). Die Dialoge der Figuren sind nicht innovativ, aber immerhin etwas realistischer als die in Teil 4 der Saga.
Die Charaktere oder besser gesagt das Metzelmaterial besteht nur aus Klischeefiguren, aber immerhin bringen die saudummen Teenies mit ihren verschiedenen Lastern (Eigenschaften möchte man das nicht nennen) Abwechslung rein. Natürlich ist klar: Wer sich unmoralisch verhält, der erlebt den Abspann nicht mehr, sodass man von Anfang an weiß, wer überlebt (lediglich die eine oder andere sehr kleine Überraschung mag dabei sein). In diesem Film erfährt man auch, wie Jason an seine Hockeymaske kommt, wobei er in dieser Verkleidung sehr viel charismatischer rüberkommt als mit dem Jutesack auf dem Kopf in Teil 2 (vermutlich wurde die Maske deshalb sein Markenzeichen).

Aber auch wenn der Plot keine Bäume ausreißt, so hat Regisseur Steve Miner das Altbekannt wirkungsvoll umgesetzt. Die Schockeffekte sitzen (z.B. der mit der Schlange) und der Zuschauer wird immer wieder erschreckt und in die Irre geführt, wenn man um Charaktere fürchtet, Jason dann aber doch nicht auftaucht. Zudem wird recht kreativ auf viele erdenkliche Arten gekillt, was in die spannend inszenierten Mordszenen auch etwas Abwechslung hineinbringt. Amüsant die Tatsache, dass der Film in 3D gedreht wurde: Andauernd werden Objekte unnatürlich lange und gekünstelt in die Kamera gehalten, was etwas lächerlich wirkt. Gleichzeitig hat es mich aber auch neugierig gemacht, wie der Film wohl in einem 3D Kino rüberkam, denn einige Szenen (Schlange, Harpune usw.) stelle ich mir ziemlich witzig in 3D vor.
Die Darsteller vergisst man besser schnell: Allesamt untalentiert Jungdarsteller, wie man sie zuhauf in den billig produzierten Teenslashern der frühen Achtziger findet. Allerdings sind die Darsteller hier etwas besser als in anderen Freitag-Teilen, wofür man fast schon dankbar sein kann.

So ist Teil 3 der Freitag-Saga ein spannender und gut inszenierter Slasher nach bekannten Strickmustern, den man sich für gute Horrorunterhaltung gönnen kann.

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