Mord ist Sport und Jason Voorhees in den 1980er Jahren einer der Topathleten des Slasherkinos: noch bevor Konkurrent Freddy Krueger das erste Mal durch die Elm Street spukte war der maskierte Meuchelmaxe mit dem liebenswerten Hackgesicht schon durch eine kleine Karriere gegangen, inklusive Typveränderung und Vorruhestand (der, so bekannt, nicht lange hielt). In "Und wieder ist Freitag der 13." (der deutsche Titel klingt so gottverdammt undankbar) bekommt Jason nicht nur mittels schnieker Hockey Maske, sondern auch damals Top modernen (heute heillos veralteten) 3D-Effekten.
Von den Fans gab es gemischte Reaktionen, von der BPjM den viel eindeutigeren Beschlagnahmebeschluss und ich hatte als damaliger U18 - Teenie im Jahr 2006 nach Sichtung von Teil 1 arge Probleme, an den Rest der Reihe (und dann noch ungeschnitten) zu kommen. Ein Witz, bedenkt man die heutige Freigabe. Gesehen habe ich das Scharmützel, dass technisch "Samstag der 14." sein müsste (es spielt ein Tag nach Ginnys Flucht vor Jason) dann erst mit 18 oder 19, mal wieder auf halblegalem, aber verjährtem Wege und ich bin bis heute überzeugter von diesem verschieben Ableger als von manch anderen.
Wie gesagt hat Ginnys aus Teil 2 überlebt, der angeschlagene Jason jedoch auch. Und da das Wochenende gerade einmal begonnen hat denkt der gar nicht daran, sich die Laune verderben zu lassen, sondern Pirsch sich prompt an die nächsten Opfer heran.
Herhalten müssen diesmal einige schrullige Ladenbesitzer, eine drittklassige Rocker Gang (mit Norbert "Homer" Gastell als Leader, zumindest auf der Tonspur) und eine Horde Spät pubertärer Ersatzbankfreaks auf dem Weg in einen verkifftvögelten Gruppenurlaub. Die machen dann auch den Großteil des Plots aus. Liebenswert dumofbackig Trottel sie allesamt einer nach dem / der anderen unseren liebenswerten Hackehansel in die Machete und lassen ihr Leben im Antlitz der Hockeymaske. An die erinnert sich Campingveteranin Chris noch sehr lebhaft, denn sie und Jason sind alte Bekannte, die sich vor Jahren dort am Crystal Lake mal über den Weg gelaufen sind. Und trotzdem lässt Chris sich nochmal zu einem Zweiturlaub dort einlullen. Wow! Wenn das mal kein abgebrühter Wille zur akonfrontationstherapie oder wahlweise einfach nur psychologischer Leichtsinn ist weiß ich es auch nicht.
"Aus Hackepeter wird Kacke später." Wie Recht dieser Spruch doch hat: entgehen der üblichen Kritiken sehe ich hier noch lange nicht den Anfang vom Ende der Reihe, sondern noch einen der Vertreter aus dem "Must See!" - Teil der Serie. Und selbst der richtige Bodensatz nach der Übernahme durch New Line Cinema ist immer noch verdammt unterhaltsam. Man merkt dem Film deutlich an, dass man sich auf ein schön damals längst totes Effektgimmick konzentriert hat und der von Fans geliebte Splatter massiv darunter leidet. Was schade ist, denn erneut ist es Tom Savini, der hier die Scheiße zum Kochen bringt und für ordentlich Blut im Stuhl sorgt. Zudem bewegen wir uns noch gerade im Rahmen hauchdünne, aber präsenter Plausibilität und müssen uns noch nicht Mit übernatürlichem Wiederbelebungsfirlefanz rumschlagen. Der Teil der Realisten unter den Zuschauern zumindest. Ich habe da persönlich nicht allzu viel gegen.
Was habe ich vor einigen Jahren gar blöd in die nicht vorhandene Röhre meines Flatscreens geschaut, als ich den Film nach einer Rollenspiel Session nachts auf Tele 5 sah (und glatt zu Ende schaute), denn das war eigentlich mal einer der ganz bösen Filme, ein waschechter 131er, rehabilitiert, auf 16 runtergestuft und damit vom Kampfhund zur Schoßtöle degradiert. Sicher hat sich da irgendein Staatsanwalt a. D. noch im stillen Kämmerlein drüber aufgeregt, die Schreihälse damaliger Zeiten dürften aber mittlerweile begriffen haben, dass der Film Ihnen nicht mehr weh tun kann, wenn sie wegschalten und auch das Interesse einer vermeidlich leicht verziehbaren Jugend dürfte anderen Stoffen gelten.
Es ist so wie mit dem Altpunk, dem man beim Klassentreffen wieder begegnet: seinen antisozialen Befreiungskamof von den bürgerlichen Zwängen führen andere nun deutlich vitaler und effektiver weiter, aber da die dlohne ihn nie die Eier dazu gehabt hätten teilt man sich mit dem Kerl trotzdem 'ne Pilssäule samt anschließendem Nostalgiejoint. So auch ich, der eigentlich an jedem 13. Freitag oder zumindest in jeder Nach auf jeden 14. Samstag einen der Teile zückt und Jason beim munteren Morden anfeuert. Hier leider mich LEICHTEM Effektdämpfer, daher nur 7 Punkte.