„Project: Peacemaker“ präsentiert mit seinem ’Die Welt am Abgrund’-Szenario nichts unbedingt neues, aber auf sehr unterhaltsame Art und Weise.
Eine Gruppe Terroristen übernimmt mit Hilfe eines Verräters einen Zug, der zehn Atomsprengköpfe zur Verschrottung transportiert. Um den Raub zu tarnen, lassen sie den leeren Zug mit einem Passagierzug kollidieren und zünden eine der Atomwaffen. Der minutiös geplante Raub ist sehr spannend und atmosphärisch inszeniert worden, so dass man sich entspannt im Sessel zurücklehnt.
Doch Dr. Julia Kelly (Nicole Kidman), die für die US Regierung derartige Vorfälle überwacht, entdeckt den Schwindel. Die Atomwaffen müssen schnellstens wiederbeschafft werden, weshalb man ihr Colonel Thomas Devoe (George Clooney) zur Seite stellt. Allerdings gibt es einige Reibereien. Das ungleiche Team aus praktisch veranlagtem Macho und Paragraphenreiterin ist zwar nicht neu, aber Kidman und Clooney fetzen sich dafür mit viel Elan, was über den Innovationsmangel dieser Idee hinwegtröstet.
Ihre Ermittlungen tragen trotz des Zeitdrucks und der erheblichen Schwierigkeiten bald Früchte, woraufhin sie ins Visier der gefährlichen Terroristen kommen. Der Wettlauf mit der Zeit nimmt an Brisanz zu und die beiden müssen sich ihrer Haut erwehren...
Das Szenario mit den gestohlenen Atomwaffen wird teilweise beklemmend realistisch geschildert, aber vor einer herben Darstellung á la „Der Anschlag“ schreckt „Project: Peacemaker“ dann doch zurück. Trotzdem ist die Hatz nach Sprengköpfen und terroristischen Subjekten immer plausibel und auch die Motivation der Bösewichte wird nachvollziehbar dargestellt. Natürlich bleibt der Film nicht mehr als Entertainment Kino, auch wenn die Bezüge, wie gesagt, realistisch sind.
Die Story ist spannend und temporeich, so dass keine Langeweile aufkommt. Im letzten Drittel verändert sich die Struktur etwas, wenn die Hatz von den Verkäufern zu Terroristen schwenkt, was aber nicht als Bruch im Plot erscheint. Natürlich stellt „Project: Peacemaker“ keine neuen Rekorde im Bezug auf Spannung auf und vieles hat man schon mal gesehen, aber der Unterhaltungswert wird dadurch nicht besonders stark gemindert.
Ein besonders großes Actionspektakel darf man nicht erwarten, aber dennoch gibt es einige Explosionen, Schießereien und Verfolgungsjagden zu bewundern. Hervorzuheben wären hier die Autoverfolgungsjagd in Österreich (die zudem einen storylastigen Part mit Action aufpeppt) und die atemlose Hatz am Ende des Films. Zugegebenermaßen sind diese Szenen nicht umwerfend neu oder außerordentlich spektakulär; begeistern können sie trotzdem.
Kidman und Clooney können vor allen in ihrem Zusammenspiel als Duo, welches sich (natürlich) zuerst in die Wolle kriegt, aber am Ende doch verliebt, überzeugen. Oscarreife Leistungen erbringt keiner, aber beide verkörpern ihre Parts überzeugend. Gleiches gilt für die Nebendarsteller auf guter und fieser Seite.
„Project: Peacemaker“ bietet spannendes Unterhaltungskino mit einigen Anleihen bei Bond und Tom Clancy. Ich vergebe 7,5 Punkte.