Rund 6 Monate nach dem Ausbruch des Virus, dass Menschen in blutrünstige Bestien verwandelt erklärt die US Army den Krieg gegen die Infektion als gewonnen. Die Flüchtlinge werden in London untergebracht, doch der Virus bricht wieder aus, da eine Frau eine mutierte Version in sich trägt und ihren Mann infiziert. Das Militär verliert die Kontrolle und die Überlebenden müssen sich sowohl gegen die Infizierten, als auch gegen das Militär verteidigen.
Die Story ist gut und sehr visionär. Bereits "28 days later" konnte durch eine überraschend hohe Tiefe beeindrucken und das ist auch beim 2. Teil der Fall. Die übertriebene Reaktion des Militär ist realistisch und furcheinflössend. Der Film zeigt, wie schnell eine Situation außer Kontrolle geraten kann und lässt die Grenzen zwischen gut und böse verschwimmen, da nicht nur von den Infizierten Gefahr ausgeht. Die Charaktere sind ebenfalls gut gewählt und da im Mittelpunkt der Handlung die wenigen überlebenden Kinder stehen wirkt der Film noch einmal grausamer und furchteinflössender. Eine Story, die bei modernen Horror- und Endzeitfilmen Seltenheitswert besitzt.
Der Anfang ist bereits spannend und furchteinflössend. Eine der Hauptpersonen flieht vor den Infizierten, es fließt bereits viel Blut und der Zuschauer wird direkt in den Bann des Films gezogen. Der Mittelteil beginnt ebenfalls gut. Durch die Wiedervereinigung einer Familie und die scheinbare Sicherheit wird erst mal eine Atmosphäre der Geborgenheit erzeugt, die sich natürlich nicht lang hält. Der Ausbruch des Virus ist sehr spannend, blutig und realistisch. Vor allem zum Ende hin bietet der Film atemlose Hochspannung. Das Ende ist ebenfalls sehr gut und bietet noch einmal Unterhaltung vom Feinsten und macht auf jeden Fall Vorfreude auf den 3. Teil.
Die Filmmusik ist gut, kann die spannenden Action- und Splatterszenen gut unterlegen, schadet aber stellenweise der bedrohlichen Atmosphäre. Die Kulisse ist wie bei vielen Endzeit-Filmen sehr eindurcksvoll und brennt sich in die Erinnerung des Zuschauers. Die Handkamera, die unmittelbar ins Geschehen integriert zu sein scheint, ist ebenfalls gut gewählt, verwackelt aber stellenweise zu sehr.
Meiner Meinung nach fließt im Film zu viel Blut. Man hätte bei einem solch überzeugenden Schocker auf die eine oder andere Szene verzichten sollen, da der Film so stellenweise wie ein billiger Splatter-Film wirkt.
An den ersten Teil kommt 28 weeks later nicht ganz heran, da er nicht ganz so viel Tiefe wie der erste Teil hat, man sich stellenweise ein wenig mehr Zeit hätte lassen sollen und die technische Umsetzung nicht ganz so gut wie beim ersten Teil gelungen ist. Danny Boyle, der im ersten Teil Regie führte, hätte sich besser beim zweiten Teil nicht nur auf die Produktion beschränkt.
Die Darsteller sind zum Großteil gut. Leider tragen die Darsteller der Infizierten etwas zu dick auf und wirken beinahe schon ungewollt amüsant.
Zusammenfassend ist 28 weeks later ein aufregender Horror-Film, der durch seine erschreckende, tiefe und visionäre Handlung und seine ordentlich konstruierten Charaktere über weite Strecken atemlose Hochspannung erzeugen kann. Aufgrund einiger kleiner Mängel, wie z.B. bei der Kamera-Führung kommt er aber nicht ganz an seinen Vorgänger heran.