30 Jahre hat´s gedauert bis die drei Detektive aus Rocky Beach endlich den Weg auf die Leinwand gefunden haben.
In Fankreisen einerseits erwünscht, andererseits mit reichlich Skepsis im Vorfeld der Premiere bedacht, wird der Film meiner Meinung nach seiner Zielsetzung gerecht.
DIE DREI ??? UND DAS GEHEIMNIS DER GEISTERINSEL entfernt sich weit von der Buch- und Hörspielvorlage, gewiss einer der Hauptkritikpunkte unter den meist mittdreißigjährigen Hardcorefans der Reihe.
Es verschlägt die Detektive nach Südafrika, wo sie Peters Vater bei der geplanten Errichtung eines Freizeitparks besuchen.
Auf der Geisterinsel, auf der der Park errichtet werden soll geht´s allerdings nicht mit rechten Dingen zu, wie sie bald von dem einheimischen Mädchen Chris erfahren. Als dann schließlich auch noch Chris´ Vater verhaftet wird und die Kinder auf ein rätselhaftes Gemälde stoßen ist er da: Ein neuer spezialgelagerter Sonderfall für die drei ???.
Erst mal: Die Änderungen an der Originalvorlage fallen überhaupt nicht ins Gewicht. Sicher, für Fanatiker und ???-Extremisten wird das Gemecker schon am Anfang beginnen. Wie kann man nur aus Chris Markos (Auftraggeber in der Originalvorlage) ein Mädchen machen? Und warum Südafrika und nicht die US-Küste? Und der Justus sieht ja garnicht aus wie Oliver Rohrbeck! Und überhaupt...
Der Film beginnt turbulent, mit einer Fahrstuhlsequenz die Erinnerungen an SPEED aufkommen lässt. Der an Originalschauplätzen gedrehte Hauptteil bietet schöne Landschaftsaufnahmen, und, was das wichtigste ist:
Man wird warm mit den drei Hauptdarstellern. Lediglich Bob, von den Drehbuchschreibern als Tollpatsch angelegt, ist anfangs gewöhnungsbedürftig.
Weitgehend unbekannte Darsteller wirken in den "erwachsenen" Rollen mit, Stars benötigt so ein Film aber nicht, da der Fokus eh auf den Kinderdarstellern liegt.
Was die Machart angeht, kann DIE GEISTERINSEL natürlich nur bedingt mit Hollywood-Blockbustern mithalten. Florian Baxmeyer macht allerdings auch nicht den Fehler die Abenteuer der Kinder mit Effektschnickschnack zu überladen. Das klassische Rätselschema der Bücher und Hörspiele bleibt so erhalten.
Als Fazit empfehle ich einen Kinobesuch sonntags zur Nachmittagsvorstellung im örtlichen Multiplex. Da gibt´s sie noch, die wahren Fans in Gestalt sechs- bis zehnjähriger Kinder, die zwei Stunden später mit leuchtenden Augen die Vorstellung verlassen und sich auf die Fortsetzungen ("Das Gespensterschloss" und "Die silberne Spinne" folgen 2008 bzw. 2009) freuen.
DIE DREI ??? UND DAS GEHEIMNIS DER GEISTERINSEL ist kein großes Kino, in seiner ungleich größeren Wirkung auf seine (eigentliche) Zielgruppe allerdings nicht zu unterschätzen.