...mir war auch zum Weinen zumute, als ich den Film gesehen habe.
Ich beschränke mich auf die Filmkritik, da ich den "Bestseller", welcher die literarische Vorlage zu der Verfilmung ist, nicht gelesen habe.
"Und Nietzsche weinte" behandelt die teils reale, teils fiktive Geschichte um den liebeskranken Philosophen und Schriftsteller Friedrich Nietzsche. Das Objekt der Begierde, die spätere Psychoanalytikerin Lou Salome, stellt zu Behandlungszwecken den Kontakt zwischen Nietzsche und dem Wiener Arzt Josef Breuer her. Selbiger soll Nietzsche von seinen Selbstmordgedanken befreien.
Wie schon zu vermuten, handelt es sich nicht um einen actiongeladenen Hollywoodkracher, sondern um eine wortlastige Independant Produktion. Das muss nicht zwingend langweilig oder uninteressant sein - ist es aber leider in diesem Fall.
Die positiven Eindrücke sind schnell zusammengefasst. Der Schauspieler Armand Assante gibt erstaunlicherweise einen überzeugenden Nietzsche ab, obwohl er normalerweise eher in "seichteren Gewässern" zuhause ist. Sein Gegenspieler Josef Breuer wird ebenfalls sehr überzeugend von dem britischen Schauspieler Ben Cross verkörpert. Die weiblichen Rollen sind lediglich Randfiguren.
Was bei dialoglastigem Kopfkino immer von Nöten ist, ist der optische Rahmen. Die ganze Inszenierung ist dröge und uninspiriert. Man kann nicht einmal mehr von Vorabendserienniveau sprechen, da selbst diese heutzutage schon professioneller gemacht sind. Kameraeinstellungen, Schnitte etc. alles wirkt statisch, brav und fad. Dadurch langweilig. Schade um die passablen Darsteller, die "Analysegespräche" zwischen Nietzsche und Breuer können alleine den Film nicht retten.
Wie man intellektuelles Kino auf hohem Niveau macht, hat mein sehr geschätzter russischer Filmemacher Andrej Tarkowskij vorgemacht.