Review

Mmh, Söldnerfilme mit guter Besetzung. Zwar gewalttätig und menschenverachtend, aber erfolgreich. Genauso wurde „Die Wildgänse kommen“ zum Kassenschlager.
Da muss natürlich ein Nachzieher her, aber es dauert stücker 7 Jahre, bis sich dann endlich mal wieder ein kontroverses Thema fand. Leider war es nicht sonderlich gut geschrieben, nicht sonderlich aufregend und es fanden sich auch verstärkt B-Mimen, um es zu besetzen. Aber es thront noch über der dreckigen Dutzendware.

Also: aus den Weiten der afrikanischen Steppe, wo man schwarze Anonymsoldaten zu Hunderten wegballern konnte, ehe die einen mit dem Schlachtemesser meucheln konnten, geht es jetzt nach Berlin: den alten Rudolf Hess aus Spandau befreien.
Nicht, dass das besonders wichtig oder aufregend wäre, aber ein Fernsehproduzent hat einfach zu viel Geld. Also engagiert man Faulkner (statt des verstorbenen Richard Burton muss Edward Fox herhalten) und Konsorten in Form des eigentlichen Aktivposten Scott Glenn, der damals noch härter und dünner aussah, ein frischer Charlie Bronson-Verschnitt.

Und weil das alles nicht so dolle ist und man in Berlin ja nicht dutzendweise Mitteleuropäer abschlachten kann (die bewachen den ja nicht zu Unrecht) müssen Subplots noch und nöcher her. Die alliierten Besatzungsmächte haben nämlich eigene Pläne: die Russen intrigieren, bei den Briten gibt es einen Verräter und dann ist da noch ein palästinensische Terrorgruppe, die Glenns Kopf haben will und deswegen reichhaltig Opfer in die geteilte Stadt liefert.

Während der Entführungsplan vorbereitet wird, verguckt sich dann auch noch Glenn in Barbara Carrera, die daraufhin prompt entführt wird und zusätzliches Konfliktpotential bietet.

Ob man’s glaubt oder nicht: der Film plätschert nur so dahin, man macht ein paar Planungen, verwirft die wieder und zwischendurch starten die Böslinge ein paar Attentate.
Das Potential der Befreiung von Hess wird vollkommen verschenkt und letztendlich wird der alte Mann bei einer Autoüberführung simpel befreit.

Doch nicht mal der Clou mit dem alten Nazi zieht besonders: zwar hat man sich der Dienste eines der berühmtesten Mimen versichert, doch Laurence Olivier ist, drei Jahre vor seinem Tod, mit ein paar Sätzen geschlagen, die an Nichtigkeit kaum zu übertreffen sind und einerseits wie Hohn für den Zuschauer klingen und andererseits den Sinn des Films (nämlich keinen Sinn) ins rechte Licht setzen. Immerhin sind genügend Leute für die Chose gestorben.

Insgesamt ist das ein solider Söldnerfilm mit einem (in der deutschen Fassung) irgendwie tänzelnd-tuntig wirkenden Edward Fox, der den Extrembriten gibt, einem wortkargen Glenn und Barbara Carrera, der man wie immer kaum abnehmen will, dass sie tatsächlich mal die Gute mimt. Trotzdem nicht mal der Hauch gegen das kontroverse Original. (5/10)

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