Review

Haunted House - a la "Desperate Housewives"!
Hin und wieder muß man auch mal ins TV-Regal greifen, wenn etwas Gruseliges kommt, was nicht total beim "Exorzisten" abgeschaut wurde oder einem beliebigen In-Slasher, möglicherweise findet man ja einen Klumpen Gold.
Im Falle von "The House next door" hält es einen dann aber eher davon ab, in wohlanständigen Familiengegenden Immobilien zu kaufen, in denen man auch noch selbst leben soll.
Hier geht dann nicht ein gar finsterer Geist um, sondern das Haus an sich hat den unheiligen Schimmer, seinen Bewohnern kein Glück, Beziehungskrisen und dann den Tod zu bringen. Oder vielleicht wars ja doch der Architekt, der einen Deal mit dem Teufel. Oder ein Indianerfriedhof...

...genau da liegt das Problem dieses Films: er weiß nämlich leider nicht, worauf er eigentlich hinaus will.
Wir haben hier eine nette Wisteria-Lane-Parallele, in die ein Jungarchitekt sein Erstlingswerk packt, welches natürlich hochangesehen und verdammt schick und geräumig ist. Alle bringen immer Kuchen, grillen auf der Terasse und klönen unter der Hand den neuesten Klatsch. Und dann hängt der Haussegen schief...

Jeff Woolnough, seines Zeichens TV-Handwerker für zahlreiche Serien kann hier kreativ dem Teufelskreis nicht entkommen und präsentiert eine relativ unaufregende Geschichte auf letztendlich unaufregende Weise. Der Soundtrack dröhnt, wenn das Gebäude in Sicht ist, drinnen will man sich ständig als Designer austoben und die Chose mit den Toden reicht auf der Unspektakulärskala von Eifersucht bis Selbstmord und das war es dann auch schon.

Der Fokus bei der Sache liegt auf der spröden Nachbarin Col, einer Malerin, die von Ex-Twin-Peaks-Star Lara Flynn Boyle gespielt wird und der man bei dem ausdruckslosen bis stets muffigen Gesicht, das sie zieht, unterstellen kann, an einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme teilgenommen zu haben. Sie ist vordergründig in ihren "Eureka"-Ehemann Colin Ferguson verknallt, lechzt aber bei jeder Gelegenheit dem sperrig-soft-nöligen Architekten Kim (Ex-Teenie-Star Mark-Paul Gosselaar) hinterher, mit dem sie auch schon mal im Blumenbeet schnubbelt oder das Sofa durchknetet, was ja letzten Endes immer wieder auf das Haus zurückzuführen ist.

Vorgeführt werden uns im Laufe der Zeit drei verschiedene Miet- und Besitzertragödien, während die Nachbarschaft mitzerfällt, Kim auftaucht und verschwindet und diverse seltsame Phänomene erst wahrgenommen und dann wieder vergessen werden, weil die Laufzeit ja noch nicht voll ist. Das ist jetzt nicht wirklich ärgerlich, aber eher entspannt-egal, was hier läuft und so recht einig wird sich auch niemand, bis am Ende endlich mal einer am Gashahn spielt, der dann die dolle Schlußpointe einläutet.
Generell kann man bzw. eher frau sich das anschauen, wenn man sonst keine Gruselfilme sieht und man am nächsten Tag am Gartenzaun was zum Erzählen braucht, während der Gatte den Rasen mäht, aber so richtig von der Tanne sprengt es nun wirklich keinen, dafür sind die Tricks zu bieder, der Spannungsaufbau zu sprunghaft, die Inszenierung eher antiklimatisch und der Biss ist leider vollkommen flöten gegangen, wo aus der Klatschnachbarschaft im TV auch noch das letzte Quentchen Bitterböses rausdestilliert wird.
Insofern leider nur eine nette Belanglosigkeit mit zwei, drei kurzen guten Szenen (ohne Blut) und leider ohne das Können, aus wenig etwas mehr zu machen. (4/10)

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