Stellen die beiden Vorgänger nur den Anfang der terrestrischen Degeneration dar, hat die Welt im dritten "Mad Max" wohl erstmal ihren Endzeithöhepunkt gefunden. Die Menschen haben sich an die neuen Konditionen (Mangel an Wasser oder Treibstoff) einigermaßen angepasst und formen sich zu kleinen Gemeinden wie z.B. dem schrulligen Bartertown, in das unser verrücktes Mäxchen (Mel Gibson) unversehens stolpert. Die Hierarchie ist hier klar geregelt: Aunty Entity (Tina Turner) ist der Big Boss. Nur der ominöse Master Blaster, ein Duo aus einem Kleinwüchsigen (Angelo Rossitto) und einem dümmlichen Kampfkoloss (Paul Larsson), kann die Chefin bei den Eiern packen, da es die Methanproduktion kontrolliert (und Methan ist in Bartertown von ungeheurer Importanz). Max soll nun den Kampfkoloss liquidieren, doch der Held in ihm verbietet die daraus resultierende Hinrichtung in der Donnerkuppel - und das gefällt der Aunty gar nicht. Prompt wird Max in die Wüste geschickt und findet sich bei einer Gruppe wilder Kinder wieder, die in ihm den Retter aus der Abgeschiedenheit sehen.
Von da an wird die Geschichte eher vom Zufall angetrieben, denn dass der planlose Versuch der Kiddies, aus ihrem Anarchokaff zu entfliehen, tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, erscheint ziemlich willkürlich. Überhaupt macht es der Film den Fans der harten Vorgänger nicht leicht: Ganz im Gegensatz zum Erstling bildet sich "Jenseits der Donnerkuppel" zu viel auf sein Endzeitszenario ein. Das komplette Bartertown wirkt mit seinen Kämpfen in einem Metallkäfig, einem Glücksrad, das die Rechtsprechung übernimmt und einem Schweinestall im Untergrund zu unseriös. Dazu kommt noch eine von Mrs Turner überzogen gespielte Aunty und Knalltüten wie der Master Blaster (ein peinlicher Versuch, ein Äquivalent zum Humungus des 2. Teils zu schaffen) - das Konstrukt ist durchaus lachhaft. Auf der anderen Seite muss man aber auch zugeben, dass die Komposition bei Serienneulingen auf Anklang stoßen könnte, denn die Sets und Outfits sind zumindest stimmig. Für sich ist der Film im Groben homogen.
Das spätere Treffen des Protagonisten auf den "Herr der Fliegen"-Abklatsch mitten in der Wüste macht es Serienfans genauso schwer: Wie soll die erhoffte Härte der Vorgänger entstehen, wenn sich Max mit hirnrissigen Bälgern rumschlagen muss. Und wieder muss ich eingestehen: In einem eigenständigen Film ist dieser storytechnische Anakoluth nicht von Start weg zu verurteilen! Und die rasante Action am Schluss versucht es dann sogar beiden Parteien recht zu machen: Zu mehr als einer Hommage an das Finale des zweiten Teils reicht die Zug/Auto-Verfolgungsjagd zwar nicht, wenigstens kann man die Sequenz als abschließenden Höhepunkt ausmachen.
Bei den Darstellern ist auf jeden Fall Mel Gibson erwähnenswert; er lässt das Potential des Szenarios zumindest noch erahnen. Auch die Alphatierchen bei den Anarchokiddies genügen den Ansprüchen Tina Turner präsentiert sich hier jedoch reichlich untalentiert und betreibt reges Over-acting. Kameraarbeit und Score sind soweit aber auf solidem Niveau, wenn auch anders orientiert als bei den Vorgängern.
Als dritter Teil wird "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" den Ansprüchen kaum gerecht. Als Fan findet man hier dann einen Streifen, der nicht mal mehr als lauwarm bezeichnet werden kann. Für sich genommen ist der Film aber immerhin passabel. Über weite Strecken kann man ihn zwar nicht ernst nehmen, durch die solide Inszenierung kommt aber wenigstens ab und an Atmosphäre auf.