Review

Gehörte der Vorgänger „The Armour of God“ noch zu den schwächeren Filmen Chans, so ist die Fortsetzung „Mission Adler“ deutlich unterhaltsamer.
Jackie Chan heißt hier mit Rollennamen mal wieder Jackie Chan und ist wie im ersten Teil Abenteurer auf den Spuren von Indiana Jones. So steht auch der Auftakt in der Tradition von Indys Abenteuern: Jackie klaut Smaragde aus einem Tempel, was auch von den Eingeborenen geduldet wird, doch als er vom heiligen Wasser trinkt, wird er gnadenlos verfolgt. Doch dank guter Abenteuerausrüstung ist auch dieses Mal das Entkommen gesichert, gute Stunts und schicke Naturaufnahmen inklusive.
Nach dem Opener kommt dann der obligatorische Auftrag, der dieses Mal lautet, verschwundenes Nazigold in der Wüste zu suchen. Auf die Reise kommen noch eine chinesische Geschichtsexpertin und die Nachfahrin des deutschen Offiziers, der damals fürs Verstecken zuständig war, mit. Doch diverse andere Parteien sind auch hinter dem Gold her…

Beim ersten Ansehen hielt ich „Mission Adler“ noch mit für Chans besten Film, doch nach zweitem Sehen ist der Film in meiner Gunst doch etwas gesunken, obwohl er immer noch gut unterhält. Doch leider wirkt der klamaukige Humor zwar teilweise witzig, ab und zu aber auch herbe nervig. Einige Momente sind echt zum Lachen (z.B. der Hotelwirt), aber andere witzige gemeinte Sachen werden schwer erträglich wie z.B. das andauernde Kreischen von Chans Begleiterinnen. Die deutsche Synchro ist zudem eh kein großer Hit (Chan hat z.B. die Synchronstimme von Denzel Washington).
Die Geschichte ist auch mal wieder eher dünn und dient als Folie für Chans Clownereien. Ständig geht es zwischen Wüste, Beduinenlager und Schatzversteck hin und her, ohne dass die Geschichte dabei besonders motiviert wäre. So steigt und sinkt das Zuschauerinteresse auch mit dem Unterhaltungswert der einzelnen Darbietungen Chans (denn trotz weiblicher Begleitung liefert Jackie auch hier eine One Man Show), aber ein durchgehender Spannungsbogen will sich nicht einstellen.
Doch auf der Habenseite kann „Mission Adler“ einen guten Unterhaltungswert verbuchen, denn die einzelnen Nummern Chans sind meist recht gelungen. Gekämpft wird zwar nicht so exzessiv wie in vielen anderen seiner Filme, doch immer noch ziemlich akrobatisch sind auch die Einlagen hier. Zudem gibt es eine fetzige Verfolgungsjagd und ein einfallsreiches Finale in einer gigantischen Windmaschine.

Hinterfragen sollte man die ganze Chose natürlich besser nicht, denn warum der eine Fiesling seine Einstellung am Ende so abrupt wechselt oder wer die beiden unfähigen Turbangangster genau sind, das wird nie geklärt. Stattdessen lehnt man sich besser zurück und genießt die Darbietungen Chans sowie die schicken Landschaftsaufnahmen, denn die Schauplätze sind ähnlich wie beim Vorbild Indy Jones exotisch und schön abgefilmt.
Darstellerisch ist es mit „Mission Adler“ natürlich wenig weit her, ähnlich wie mit Chans anderen Filmen. Jackie und der Rest der Besetzung kalauern und grimassieren bis der Arzt geht, was zwar witzig ist, allerdings übertreibt es „Mission Adler“ mit dem Overacting doch ein wenig sehr.

Diese Kritik mag jetzt etwas negativ klingen, aber dennoch bekommt man mit „Mission Adler“ einen guten Jackie Chan Film vorgesetzt, falls man über die Alibistory und den extremen Klamauk hinwegsehen kann, denn die einzelnen Nummern sind mal wieder sehr lustig gestaltet.

Details
Ähnliche Filme