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Indy go home! Golden Harvest – Zugpferd und heutiger Superstar auf internationaler Ebene Chackie Chan zauberte Anfang der 90er diese irrwitzige Abenteuerkomödie vom Stapel, gegen die so manche Hollywood-Großproduktion einpacken kann! Dabei wird natürlich frech von klassischen Vorbilder abgekupfert, doch das Endergebnis übertrifft dank der eigenen Note des Multitalents das ein oder andere Vorbild um Längen.

Jackie, genannt der Adler, ist Spezialist für heikle Schatzsuch-Missionen auf der ganzen Welt. Dabei geht es das ein oder andere Mal durchaus auch ruppiger zur Sache, vor allem, wenn man die hiesigen Eingeborenen beim Juwelenklau auch noch missversteht; doch sein neuester Auftrag macht ihm schon im Vorfeld zu schaffen: im Auftrag eines spanischen Barons, der wiederum für die Europäische Union unterwegs ist, soll Jackie einen in der Sahara verschollenen deutschen Militärstützpunkt aus dem zweiten Weltkrieg ausfindig machen, in dem 240 Tonnen Gold vor sich hinstauben. Zusammen mit seiner zickigen Begleiterin Ada und Elsa, der Enkelin des damaligen Offiziers, der für die Operation verantwortlich war, zieht er gen Afrika. Doch die Konkurrenz, die von allen Seiten zu kommen scheint, schläft nicht...

Storymäßig komm einem der ganze Salat doch irgendwie bekannt vor, dennoch ist diese Chinapfanne von oberster Güte. Chan, auch Regisseur und Choreograph des Films, schwingt die Peitsche auf seine eigene Art und würzt die abenteuerliche Schatzsuche mit reichlich Martial Arts, Klamauk und vor allem Stunts, die einem die Spucke wegbleiben lassen. Auch bei diesem Film kam der Draufgänger nicht ungeschoren davon, doch das war die Knochenarbeit mal wieder vollkommen wert. Ständig voll unterhaltsam beweist der Film handwerkliche Raffinesse, gekonntes Schauspiel und viel Sinn für Dramatik, vor allem gegen Ende hin. Der Witz bleibt nach wie vor albern und Geschmackssache, kann aber meiner Meinung nach niemanden die ganze Zeit über kaltlassen und sorgt bei jedem früher oder später für einen Schmunzler, bisweilen sich der Film auch nicht selbst besonders ernst nimmt. In allen nur erdenklichen Szenen macht der Kung Fu Künstler ein Fass nach dem anderen auf: da springt man mal von einem Crossmotorrad meterhoch an eine Kiste an einem Ladekran, fliegt mittels eines gigantischen Ventilators wie Superman durch die Luft oder weicht einem heran fliegenden Auto mittels hängender Drehung an einer Stange aus. Den Jäger des verlorenen Schatzes in allen Ehren, aber gegen Chans einzigartige Mischung kommt kein lederner Schlapphut an! Hier wird einem die volle Palette des asiatischen Großkinos geboten, mit einem fürstlichen Hauptdarsteller an der Spitze einer auch ansonsten starken Crew, sei es vor oder hinter der Kamera. Die Fights sind mal wieder meisterlich und nicht nur Chan selbst zaubert hier vom Stapel – auch der Rest seiner Truppe bietet eine exzellente, draufgängerische Performance. Unvergesslich bleibt die ewig lange Verfolgung / Prügelei im deutschen Bunker sowie das anschließende Finale im Luftraum.

Die ungeschnittene DVD in akzeptabler Bildqualität, geeignet meiner Meinung nach übrigens für die ganze Familie, ist zu einem günstigen Preis zu haben und jeden Cent wert – sollte eigentlich in keiner Sammlung fehlen. Selbst wer Chackie Chan nicht unbedingt mag, darf spätestens bei diesem Streifen einen Blick riskieren, zumal auch die deutsche Synchro voll in Ordnung geht.

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