Die Sequels zu „Der weiße Hai“ wurden von Film zu Film schlechter, doch Teil vier wird selbst von Abklatschen wie den „Shark Attack“-Filmen geschlagen.
Chief Brody ist in diesem Film schon gar nicht mehr, ein Herzanfall hat ihn dahingerafft. Sohn Nummer eins, Michael (Lance Guest), lebt auf den Bahamas, Sohn Nummer zwei, Sean (Mitchell Anderson), lebt mit Mutter Ellen (Lorraine Gray) immer noch in Amity. Er ist auch bei Polizei, doch eines Nachts knurpst (große Überraschung) ein weißer Hai den jüngsten Brody-Spross aus dem Patrouillenboot und sorgt dabei für eine wenig prickelnde Auftaktsequenz nach bekanntem Schema.
Ellen lässt sich überreden auf die Bahamas zu kommen, wo Michael mit seinem Kollegen Jake (Mario Van Peebles) als Meeresbiologe arbeitet. Sie fürchtet immer noch den weißen Hai, obwohl der in diesem Gewässer nicht vorkommt. Doch sie soll Recht behalten...
In den Vorgängern waren nur besonders gefährliche Raubfische am Start und wurden schlussendlich immer gekillt, doch „Der weiße Hai 4“ muss die Chose aus unnatürlichen Gründen mystifizieren. Der Hai, der gar keinem Vorgänger entstammen kann, verfolgt die Familie Brody bis zu den Bahamas, Papa Brodys Herzanfall soll aus Angst vor dem Hai gekommen sein und mehr solche idiotischer Mumbo-Jumbo soll den Hai nun endgültig zum Fabelwesen machen, was jedoch schlicht und einfach dämlich wirkt und den Mythos von Spielbergs Original ganz schön schändet.
Leider hat „Der weiße Hai 4“ kaum eine der Qualitäten des Originals zu bieten, denn das Sequel erweist sich als gänzlich saft- und kraftlos. Fast die gesamte Lauflänge über passiert so gut wie nichts. Ellen schiebt mehrfach Panik, bandelt mit dem Piloten Hoagie Newcombe (Michael Caine) an und bangt um jedes Familienmitglied in Wassernähe, doch Haiangriffe sind selten, sodass hier schnell die Langeweile regiert. Zudem ist die Chose gänzlich mutlos, wenn es um das Killen von Leuten geht; so überleben hier selbst Leute, die dem Raubfisch quasi direkt ins Maul fallen, was dem Ganzen dann noch einen unfreiwillig komischen Touch gibt.
Taucht der große Weiße dann mal auf, vermisst die Spannung der Vorgänger jedoch ebenfalls weitestgehend. Die Trickeffekte sind nicht misslungen, aber auch nur Standard und hauen beim vierten Anlauf nun wirklich niemandem mehr vom Hocker. Spannende Überlebenskämpfe unter und auf dem Wasser spart sich „Der weiße Hai 4“ auch fast komplett; lediglich die eine Unterwasserhatz gegen Ende sorgt noch für einen ganz geringen Unterhaltungswert. Selbst der finale Sieg über den monströsen Raubfisch ist nichts weiter als lahmer Standard und kopiert zudem die Vorgänger.
Darstellerisch spielen die meisten Leute hier auf Autopilot, gerade Michael Caine trieft die Lustlosigkeit quasi aus jeder Pore. Mario Van Peebles macht gelangweilt einen auf lebenslustiger, aber unkluger Sidekick, während Lorraine Gray und Lance Guest als Rest der Brody-Familie auch mit wenig Anstrengung dabei sind. Die Nebendarsteller sind kaum der Rede wert und es scheint fast so, als hätte bereits am Set jeder gewusst, was für ein Schnarchfilm hier herauskommt.
Schlecht gespielt, langweilig und gänzlich uninspiriert: „Der weiße Hai 4“ ist wirklich eines der schlechtesten Sequels der Filmgeschichte, da helfen ein paar brauchbare Unterwasserszenen gar nichts.