Review

Was andere sagen ist mir haifischschnuppe!


Handlung: der jüngste Sohn der Brodys wird nach vielen Jahren nun doch noch von einem großen weißen Hai tödlich verletzt. Da reicht es seiner mittlerweile verwitweten Mutter und sie zieht weit weg von Amity Island in die Bahamas. Aber kann es sein, dass es sich mittlerweile schon um eine persönliche Fehde der Ozeankiller mit den Brodys handelt?!
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Es wäre ein Leichtes, „Jaws 4“ im Wasser zu zerreißen - es stimmt wirklich die Mehrheit an diesem Film nicht. Von viel zu wenig Hai-Action über den bescheuerten (wenn auch schmunzelnden) Telepathieansatz bis zu einem lachhaften Ende oder Schauspielern, die Autopilot für damalige Kinoverhältnisse neu definierten. 

Michael Caine hat die Gurke nie gesehen - aber das Haus, das sie finanziert hat! Nicht schlecht. Geiler Typ, hammer Zitat. 

Aber ist es, in einer Welt die Schadenfreude und Hass gefühlt immer lieber hört und feiert, nicht viel schöner, selbst an einem solchen filmischen Untergang noch ein paar positive Dinge zu finden? Egal wie aufwändig und erzwungen das erscheinen mag? Abgesehen vom legendären Caine-Zitat? Ja, finde ich auch. Über die zahlreichen enttäuschenden Mängel gibt’s (gerade im Netz) immerhin schon genug Kurzartikel bis Doktorarbeiten. 

Here We Go! 

+ zumindest ein altes Gesicht ist zurück (aber auch ein paar kleinere Rollen mussten nicht neu besetzt werden!) 
+ schließt wieder mehr an Teil 2 an 
+ femininer Blickwinkel 
+ B-Movie-artiger denn je; umarmt ein paar seiner campy Wurzeln 
+ Michael Caine und Mario Van Peebles! 
+ Meditation über Angst und Paranoia 
+ ein „Weihnachtsfilm“
+ Bahamas-Setting bringt etwas Frische rein 
+ Telepathieblickwinkel so schlecht, dass er wieder lustig ist 
+ qualitativ weniger weit von seinem Vorgänger entfernt, als sein Ruf
+ der Hai wirkt nochmal ein Stück größer (wenn auch billiger und künstlicher denn je)+ ein paar brutale Szenen 
+ wo hat man schon einen grölenden Hai?! ;)
+ der Tod des „kleinen“ Brody durchaus verstörend
+ Flugzeug vs. Shark
+ eine Geburtsstunde des Haitrash
+ etwas augenzwinkernder als die anderen „Jaws“
+ zitiert seine Vorgänger 
+ das Ende... beide Enden... okay, dazu fällt mir nichts Positives mehr ein... ;)

Fazit: wirklich einer der miesesten Filme (nicht nur seines Subgenres) aller Zeiten? Nein, das ist maßlos übertrieben. Michael Caine. Die Bahamas. Jaws vs. Banana Boat. Ein paar abgefahrene, völlig verrückte, trashige Ideen. All das verhilft zumindest zu guten Ansätzen oder immerhin gehörig Unterhaltung + reichlich Trashfaktor. Obwohl der Film doch der mit Abstand schwächste Ableger der Reihe bleibt und (selbst bei gemäßigten Verteidigern wie mir) nie wirklich das rettende Ufer erreicht. Für mich nie schmerzhaft schlecht - eher einfach unheimlich lahm. 

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