Review

Willkommen im Schlachtland Kanada ! 

Von den Wackelköpfen kommt ein weiterer Backwood-Slasher im Stil von "Wrong Turn", "Hostel", "TCM" und "Beim Sterben ist jeder der Erste" daher – mit dem Unterschied das dieser tatsächlich rockt. Hirn aus – Spaß an ! 

Die Handlung - vollkommen ausgelutscht: Pärchen macht sich in die Wildnis auf um in der Einsamkeit zu einem gemeinsamen Ich zu finden – wird aber in der "unberührten" Natur nebst sexuell aufgeladener Stimmung von unterbelichteten und sadistischen Einheimischen nebst Sichel schwingenden Psycho gefunden, verschleppt und gequält. Mutter hat was ganz besonderes mit dem blonden Weibchen vor. So weit – so unspektakulär. 

Dennoch schafft es Regisseur Tony Giglio den stupiden Plot routiniert durch schöne Landschaftsaufnahmen und einer soliden Kameraführung ein kurzweiliges Leben einzuhauchen. Gesplattert wird schnell, schmerzhaft und graphisch – der Bodycount hält sich aufgrund der Begrenztheit der Figuren im Rahmen. Die gut platzierten Toneffekten sind für den Kinoeinsatz perfekt abgemischt – Stuhlhüpfer bei Zartbesaiteten sind vorprogrammiert. Der Hauptanteil des Films suhlt sich jedoch im Foltern und Peinigen des Pärchen – für den nächsten Kanada-Trip bitte eine Gruppenreise buchen.  

Die Darsteller sind allesamt gut besetzt. Vor allem Brianna Brown zeigt in den sadistischen und gerade für Frauen sehr widerwärtigen Folterszenen ihr Können als Scream-Queen und darf als Final-Girl einmal mehr Gas geben. Ihr Filmpartner, der für TV Serien abonnierte Josh Randall, fällt dagegen eher blass aus – die antrainierten Muskeln hätten besser eingesetzt werden können. Eine hervorragende Darstellung liefert Beth Broderick als vollkommen durchgeknallte Möchtegern-Mutter mit schnipselnden Vorlieben ab. 

Als sehr störend und ärgerlich kann der Schluss betrachtet werden –  aalglatt und definitiv kommerziell zeigt er uns, warum wir über die Jahre die Lust am Treiben fieser Meuchelmörder verloren haben. Wenn, wie in diesem Fall, schon nicht von einem Major-Studio produziert – wieso nicht einmal mutig sein und gegen die Konventionen ankämpfen.  

Fazit: Mainstream-Slasher der produktionstechnisch gehobenen Art mit verkorksten Ende und jeder Menge Sadismus. Für Splatter-Fans zu wenig – für die breite Slasher-Fraktion durch die gut portionierten Schock- und Bluteffekten einen kurzweiligen Blick wert – wird allerdings auf DVD vollkommen verpuffen. Gebe dafür 7 von 10 möglichen "Blame Canada" Jodlern mit einer Prise Ahornsirup.       

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