Review

Gebrauchtwagengelächter


Noch weit vor seiner CGI-Vernarrtheit zog Robert Zemeckis mit „Used Cars“ eine erstaunlich zotige Auto&Babes-Comedy auf, in der ein flott aufgelegter Kurt Russell durch einen gewieften Gebrauchtwarenhandel American Style die letzten Tausender für seinen geplanten Aufstieg in den Senat zusammenkratzen will. Und dabei gibt’s verrückte Marketingstunts, gierige Konkurrenten von der anderen Straßenseite, ungeplante Todesfälle und halsbrecherische Handbremsmanöver - irgendwo zwischen „Starsky & Hutch“, „Blues Brothers“ und „The Road Warrior“! 

Sold In 60 Seconds

Der bescheuerte deutsche Titel sollte einen genauso wenig abschrecken wie der langweiligen Originaltitel. „Used Cars“ ist ein sympathischer PS-Protzer und Jeden-Gag-Mitnehmer, der auch/gerade heute noch Spaß macht. Einige Längen in der Mitte der fast zwei Stunden sind nicht zu leugnen und die übliche romantische Subplotline hätte man nicht derart ausufern lassen müssen. Außer lustiger Marschmusik hätte der Soundtrack ein paar coolere Nummern verdient gehabt (wozu das Geld vermutlich noch nicht gereicht hat) und die auf der Zunge getragenen Machoattitüden können aus heutiger, (zu?) politisch korrekter Sicht übel aufstoßen. Aber gerade das passt halt zu der Stimmung zwischen Öl, Verasche und Comic Strips. Die nackten Tatsachen, gebrauchten Cadillacs, das mad max'ige (!) letzte Drittel und all die unverschämte Quatscherei, eine Laberbacke vor dem Herrn dieser Film - und das ist komplett gut so! 

Fazit: Kurt Russel in Topform, scharfe Kurven, heiße Schlitten, verführerische Preise und gute Gags - dieser frühe Zemeckis zündet rechtzeitig und unterhält 80s-Style ordentlich! 

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