Anfang der 1930er Jahre. John Smith ist auf dem Weg nach Mexiko und kommt durch das Kaff Jericho. Hier wittert John eine Chance, indem er die beiden sich dort bekämpfenden Gangs versucht, gegeneinander auszuspielen. Doch natürlich geht in dieser Neuauflage der bekannten Geschichte nicht alles nach Plan. Bereits Akira Kurosawa oder Sergio Leone haben sich mit „Yojimbo“ bzw. „Für eine Handvoll Dollar“ an dieser Plot-Konstruktion ausgetobt, Walter Hill verlegt das Ganze in ein staubiges Wüstenkaff in Texas und lässt Smith mit zwei mafiösen Gruppen hantieren.
Dabei geht „Last Man Standing“ ziemlich geradeaus und verfolgt seinen Plot ohne große Umwege. Er versucht sich aber durchaus darin, hier und da einen Haken zu schlagen, indem er seine Geschichte mit einigem Hin und Her erzählt und Smith vielleicht oder nicht mal die Seiten wechselt. Das mag auf die Dauer anstrengend sein, weil das Szenario so simpel ist, dass manche Abzweigung aufgesetzt wirkt.
Dazu finden sich Elemente des Film noir mit der femme fatale im Plural oder dem Kommentar aus dem Off. Alles sehr atmosphärisch, wozu auch das Design beiträgt. Der ganze Look in seinem staubig-sandigen orangenen und braunen Tönen wirkt stickig und verbraucht, die zeitgenössischen Klamotten und Karren passen da gut ins Bild. Ebenso die Gewalt.
Hill stilisiert das Töten und Sterben, da werden ganze Magazine in Personen gepumpt, alles eruptiv, heftig und in komprimierten Salven. Die Actionszenen und die Optik sind dann auch das Verkaufsargument, die Charaktere sind es nicht. Sie nehmen sich so ernst, dass sie fast wie aus einer Parodie wirken.
Bruce Willis gibt den berechnenden Smith, der bei Schießereien immer ein dummes Gesicht macht, ansonsten aber gewollt cool daherkommt und seinen Plan durchziehen will. Die Gegner sind dabei überwiegend austauschbare Mafiosi, ein Christopher Walken sticht da natürlich heraus und versprüht sein gewohntes Charisma.
„My fear is my curse. What's yours?"
Walter Hills bleihaltige Variation einer bekannten Geschichte bietet einige Shootouts, harte Kerle, unstete Damen und eine gewisse Trockenheit. Ziemlich geradeaus erzählt „Last Man Standing“ genau das, was er erzählen will, was angenehm direkt, aber auch recht spröde wirkt. Auch weil die Figuren sich keinen Millimeter bewegen. Die Action kommt stoßweise, Helden gibt’s keine, ein paar gelungene Bilder dafür schon.