Review

Der nunmehr dritte Teil der „Emmanuelle"-Filme mit Sylvia Kristel ist kein Vergleich mehr mit den beiden Vorgängerfilmen. Um allzu offensichtliche inhaltliche Defizite zu kaschieren, suchte man sich wieder einen exotischen, traumhaft schönen Schauplatz (diesmal: die Seychellen) und verpflichtete Chansonnier Serge Gainsbourg, der auch gleich den lasziv gehauchten, titelgebenden Song „Goodbye, Emmanuelle" beisteuerte. Das macht jedoch den Film nicht besser.

Die Story beschränkt sich in dieser Aneinanderreihung von trivialen Dialogen und Soft-Erotikszenen auf das Nötigste: Emmanuelle (Sylvia Kristel) und ihr Mann, der Architekt Jean (Umberto Orsini) frönen auf dem Urlaubsparadies der Seychellen zusammen mit anderen Paaren weiterhin der freien Liebe in wilder Ehe. Doch als dann plötzlich der Regisseur Grégory (Jean-Pierre Bouvier) auftaucht und sich Emmanuelle und er ineinander verlieben, scheint das polygame Leben vorbei. Grégory beansprucht Emmanuelle ganz für sich und plötzlich keimt das bis dahin nicht gekannte Gefühl von Eifersucht bei Jean auf...

Dabei handelt „Good-bye Emmanuelle" die Themen Untreue und Treue, Eifersucht, Verlustangst und wahre Liebe im Angesicht von Polygamie, die dann nicht mehr möglich scheint, dermaßen trivial in einem Erotik-Kitsch-Plot mit idiotischen Dialogen der Marke „Bei seinem Anblick bin ich gleich gekommen" ab, dass jegliche Reflexion sowie jegliche Seriosität bei der Auseinandersetzung verloren geht. Dabei gibt es auffallend wenige Erotik-Szenen, die - gemessen an den filmischen Vorgängern - durch ihre Harmlosigkeit kaum eine FSK 18 verdienen. Zumeist erinnert das dargestellte sexuelle Treiben an Blümchen-Sex und ist beinahe so jugendfrei wie die Foto-Lovestory in der „Bravo", wenn auch - zugegebenermaßen - etwas sinnlicher inszeniert. Klar, Sex am Strand bei Sonnenuntergang und eine imposant-pittoreske Insel-Kulisse, eingefangen in Bildern, die Fernweh auslösen, haben schon etwas, nur kann man sich angesichts der Substanzlosigkeit des Plots hier auch ein Urlaubvideo anschauen - und bei dem nerven dann zumindest nicht die dümmlichen Dialoge und völlig überflüssige Nebenhandlungen.

Fazit: Als knapp 90 Minuten vergeudete Zeit lässt sich „Good-bye Emmanuelle" einzig als erotisches Betthupferl gebrauchen. Angesichts der schläfrigen Inszenierung wäre „Good night, Emmanuelle" ein passenderer Titel. Ein Glück, dass sich Emmanuelle zum Schluss verabschiedet. Langweilig.

Details
Ähnliche Filme