Bemerkenswert bei "Top Model" ist und bleibt Jessica Moore, Italiens
erotischste Schauspielerin der 80er Jahre, die bald nach diesem Film
aus dem Filmbusiness ausstieg. Joe D'Amato beobachtet sie, wie sie über
die Straßen von New Orleans läuft, in ziemlich aufgeräumten Apartements
oder Zimmerfluchten steht, sich vor Kunden an und auszieht, mit Laura
Gemser ihre Probleme bespricht und in einem bislang homosexuell
orientierten Computerheini die große Liebe findet. Italiens
B-Film-Maestro inszeniert seinen weiblichen Star durchaus gekonnt, mit
zwei immer wiederkehrenden Musikthemen. Und die Moore konnte sehr gut
schauspielern, war frech und sexy.
Von 3 bis 4 Szenen wurden neben "Full Frontal"-Shots, die auch
Moores Scham zeigen (z.B. als sie von ihrem Zuhälter ins Gesicht
geschlagen wird, zu sehen im Trailer) auch züchtigere Close-Ups
gedreht. Außerdem wurden einige Ausziehszenen vorzeitig geschnitten
bzw. sind in der Kino- und Videofassung von hinten statt von vorne zu
sehen. Italiens Grafikmeister Sciotti musste fürs italienische Poster
(eine Fotocollage) zudem mit dem Filzstift ran. So trug Moore auf dem
ursprünglichen Bild (sie räkelt sich mit Strapsen und schwarzem Top auf
einem roten Laken) keinen Slip, was dem Publikum wohl doch nicht
zuzumuten war. Kurzerhand malte Casaros ärgster Konkurrent dem Star
einen dünnen schwarzen Streifen um die Hüften.