Review

Titus Andronicus, ein frühes Shakespeare-Werk, als Film? Man hat ja einiges gehört über das Stück. Früher Gore-Klassiker, voll auf die Fresse. Wunderbar. Also endlich mal den Film sehen und hoffen, dass Shakespeare genüge getan wird.
Und in der Tat: Julie Taymor präsentiert einen Film, der keine Wünsche übrig lässt. Tolle Schauspieler, fantastische Regie, mal wieder einzigartige Ausstattung von Dante Ferretti, der ja schon in "Münchhausen" und "Interview mit einem Vampir" ordentlich auf die Pauke gehauen hat. Dazu der hervorragende immer genial auf die Handlung passende Score von Elliot Goldenthal ("Interview...", "Alien 3").
Ich muss sagen, mich hat der Film voll überzeugt. Der Gore-Fan kommt auch auf seine Kosten, wenn Gedärmetabletts präsentiert werden, Titus Tochter als skurrile Skulptur ohne Hände und Zunge aufgefunden wird und vieles mehr. Am Ende gehts noch mal richtig zu Sache.
Shakespeare hat damals wohl dem Publikum, das ordentlich Rache und Effekte sehen wollte, gefallen wollen und weidet sich dementsprechend an aufgeladenen pointierten Dialogen und One-Linern.
Ein Stück das damals einem Bava-Film entsprach ist in der heutigen Zeit zu einer erstklassigen Rache-Schlachtplatte angerichtet worden, in der Anthony Hopkins sogar nochmal seine Hannibal-Kochmütze auspacken darf...

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