Review

Mr. Nice Guy
... Fraktur, die 721.

Weil wir das unsäglich antiquierte Buddie-Movie RUSH HOUR auf die vorderen Plätze der Kinocharts gehievt haben und uns sogar für die Selbstfindungsgrütze WHO AM I? halbwegs begeistern konnten, müssen wir uns nun nicht wundern, wenn der Jackie Chan Overkill unvermindert anhält. Die Golden Harvest Produktion MR. NICE GUY, in der Chan unter der Regie seines alten Kumpels Sammo Hung sein übliches Repertoire aus Grimassen, Slapstick, Zerstörung und - zugegeben - wiedermal überzeugenden Actionszenen abliefert, entstand bereits vor Who am I? und Rush Hour, kommt nach dem phänomenalen Erfolg der letzten Chan-Produktionen nun aber noch nachträglich zu Leinwandehren in amerikanischen und europäischen Lichtspielhäusern.
Und obwohl es in dieser Produktion doch um einiges rasanter abgeht, als in den letzten beiden Machwerken mit Jackie Chan, kann Mr. Nice Guy wenig überzeugen. Diese Actioncomedy-Schiene ist einfach in eine Sackgasse gelaufen, so wie sich die abstruse Story eigentlich immer wiederholt und man außerdem beginnt, die Actionsequenzen mit Cameo-Punkten zu bewerten. Aber eigentlich geht man ja nur noch in einen neuen Streifen des spürbar alternden Kungfu-Clowns, um sich im Abspann über die fehlgeschlagenen Stunts zu amüsieren, denn im Gegensatz zum Rest des Films werden diese mit der fortschreitenden Porosität von Chans Knochen immer unterhaltsamer. Flieg noch mal auf die Fresse, Jackie!
Interessiert sich hier eigentlich noch jemand für die Story? Zum Abhaken: Ein Reporterteam filmt eine Drogenübergabe und wird dabei ertappt. Die Gangs hetzen hinter den Reportern und dem Videoband her ( welches übrigens geedited und aus den unterschiedlichsten Perspektiven gefilmt aus der Kamera gekommen ist!!). Jackie, der Fernsehkoch, stolpert zufällig in diese Hatz und beweist sich mal wieder als Retter der Gejagten, nur um anschließend selbst auf die Abschussliste der Drogengangster zu geraten. Weiter geht’s dann mit Explosionen, Crashs und Prügeleien, saudummen Dialogen und so unsagbar schlechten Langnasen-“Schauspielern“, das einem speiübel wird. So ist das nun mal in einem Chan, aber ich kann mir das nicht mehr geben. Aus Hongkong kommen – immer noch - tausendmal bessere Sachen.

Details
Ähnliche Filme