Mr. Nice Guy
Jackie ist ein Koch, ein verdammt Guter! Er ist so gut dass er beim australischen Fernsehen arbeitet. Die Masse liebt ihn unter anderem auch wegen seiner Gag-Einlagen. Doch eine ungeschickte Reporterin versaut ihm ganz gehörig den routinierten Alltag, denn unsere Pseudo-Louis Lane hat einen sehr bekannten Drogenboss, Giancorlo sein Name (Richard Norton), bei einem Drogendeal gefilmt. Das Videotape ist nun sein heiliger Gral, denn er würde glatt in den Knast wandern. Also müssen Tape und Reporterin verschwinden! Natürlich will die Reporterin LEBEN, weshalb sie auch flieht. Doch dabei zieht sie Jackie in die ganze Sache hinein. Er, ganz der Gentleman, hilft ihr bei der Flucht. Alles wäre halb so schlimm, gäbe es später nicht diese seltenblöde Verwechslung des Videotapes. Nun hat Jackie, anstatt der Aufzeichnung seiner neuesten Kochshow einen Drogendeal auf Band und somit fangen die Probleme erst richtig an und als wenn dies nicht schon genug, situationsbedingter Mist, wäre, wird auch noch seine Freundin Miki (Miki Lee) von den Gangstern entführt, um so eine Freipressung des Videotapes, zu erzwingen.
Soso Jackie Chan ist ein NICE GUY!!??
Nee dies werde ich ganz sicher nicht hinterfragen, denn dies bestätigt er, immer wieder aufs Neue, in seinen Filmen. Er ist der Held und dabei kein einsamer Wolf, tja und er hilft immer den schwächeren, vor allem wenn sie weiblich und gut anzuschauen sind.
Mit "Mr. Nice Guy" erreichte er, zu diesem Zeitpunkt, einen neuen Höhepunkt seiner bis dato bewusst auf perfekte Mainstream-Unterhaltung (also für die ganze Familie geeignet) ausgelegten Filme. Voll gestopft bis zum Abspann, kann sich diese Actionkomödie als unglaublich geile Stunt-Action-Show outen, bei der sogar erklärte Gegner vom Grinsegesicht ihren Hut ziehen müssen. Aber was sollte da auch schief gehen? Jackie Chan und Sammo Hung, sowie jahrelange Erfahrung im Filmgeschäft, sollten schon ein Gespür, für erstklassische Unterhaltung, garantieren. Weshalb auch diesmal wieder die Aneinanderreihung, diverser, oft auch lebensmüder Stunts, zu vermelden ist. Ein klarer Höhepunkt ist eine Baustellen-Sequenz, bei der nicht nur etliche Baumaschinen zum Einsatz kommen, sondern auch ein Labyrinth, als Fluchtweg, an neuer Bedeutung gewinnt.
Doch auch sonst waren die Macher mehr als Kreativ, was die Action angeht und selbst die Gwailos können gut austeilen. Eine Jagd auf einer Kutsche, durch die belebte Rush Hour in Melbourne, Monstertruck-Action MADE IN HONG KONG, einige wenige Shootouts, Martial Arts mit Jackie als Marionette gegen Richard Norton und Megazerstörung der Kulissen und teilweise gut pointierte Gags, machen dieses wirklich gelungene Jackie Chan-Abenteuer zum Erlebnis, für Jedermann/Frau.
Ach ja, selbst Sammo ließ es sich nicht nehmen mal wieder vor die Kamera zu treten, auch wenn sich sein Auftritt nur auf einige wenige Minuten, als Fahrradkurier, welcher wie ein Aal über ein Auto rutscht, beschränkt. Zum Totlachen!
Also was erzähl ich hier eigentlich, sind ja doch die üblichen Argumente, eines jeden Jackie-Filmes, d.h. Big Budget, Comedy und Happy End, und natürlich mittendrin unser Mr. Nice Guy. Seltsam, aber irgendwie funktioniert dieses Konzept immer wieder, weshalb der interessierte und wohl auch geneigte Zuschauer im Endeffekt doch wieder einen neuen (eigenständigen) Film zu sehen bekommt. Auch nicht zu vergessen sind die wie immer äußerst amüsanten Outtakes, mit misslungenen Aktionen, der jeweiligen Darsteller.
Auch eine Premiere bei der Uraufführung war, dass zum ersten mal ein Jackie Chan, sowie ein Jet Li-Film ("Once Upon A Time In China & America" - Regie ebenfalls Sammo Hung) gleichzeitig, in den Kinos anlief.
Eine empfehlenswerte Anmerkung wäre vielleicht noch, dass die Sammler unter euch Wert darauf legen sollten, sich die Original-Version zuzulegen, da die internationale (Amiland & Europa) Kinoversion einige Schnitte aufzuweisen hat.
Fazit:
Äußerst unterhaltsamer Crossover sämtlicher Jackiefilme und wahrscheinlich sein bester Beitrag seit "Drunken Master II" und dem Endkampf aus "Who Am I"!!
8 von 10 Knollennasen, sind dann auch gerechtfertigt.