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Den ganz großen internationalen Erfolg schaffte Jackie zwar erst ein paar Jährchen später mit Rush Hour, dennoch war auch schon vorher die Marschrichtung klar. Auf den Geschmack des westlichen Publikums zugeschnitten erschien Rumble in the Bronx, es folgte First Strike und schließlich Mr. Nice Guy.

Auch wenn der Film in Hongkong produziert wurde und mit Sammo Hung einen namhaften Regisseur hinter der Kamera aufweisen konnte, so merkt man doch die westlichen Einflüsse. Fast alle Nebenrolle sind mit nicht-asiatischen Darstellern besetzt und der Handlungsschauplatz wurde nach Melbourne verlegt. Immerhin bleibt man in Sachen Action den gewohnt knallharten Hongkong Streifen treu, denn auch bei Mr. Nice Guy geht ordentlich die Post ab. Jackie zeigt sich einmal mehr in absoluter Hochform und präsentiert einen unglaublichen Stunt nach dem anderen. Ob auf Dächern, Kränen oder frei hängend – Jackie macht in allen Lebenslagen eine gute Figur. Erstklassig zum Beispiel die Kutschfahrt durch die Innenstadt, wo neben diversen Klopperein auch einiges zu Bruch geht. Manchmal schmerzt es sogar beim zusehen, da viele Fights nicht nur sehr realistisch aussehen sondern auch gern mal umliegendes Inventar mit einbezogen wird. Viele Szenen, besonders die in der Shopping Mall, erinnern sogar ein kleinwenig an die Klassiker der Police Story Reihe. Ansonsten agiert Jackie mit einer gewohnt guten Portion Slapstick und Situationskomik, glücklicherweise nicht allzu albern wie in einigen seiner Frühwerke. Zu den witzigsten Momenten gehört auch ein Cameo von Regisseur und Jackie-Kumpel Sammo Hung, der einen Fahrradkurier mimt und prompt von den Gangstern eins vor die Kauleiste bekommt.

Großes Highlight ist die umfangreiche Materialschlacht gegen Ende des Films. Ein extra für die Dreharbeiten gebautes Anwesen inklusive Luxushaus wird von Jackie mit einem Megabagger platt gemacht, sogar Lamborghini und Rolls Royce werden nicht verschont. Wer an großangelegten Zerstörungsorgien seinen Spaß hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Es fliegen zwar reichlich die Fäuste, wirklich ausgefallene Choreographien sind aber Mangelware. Richard Norton, der schon mit Jackie und Sammo in Twinkle, Twinkle Lucky Stars zu sehen war, bleibt als schmieriger Ganoven auch zu blass um wirklich zu überzeugen.

Wenig innovativ auch die Rahmenhandlung um TV-Koch Jackie, denn die Machenschaften des Drogensyndikats gehen bei der One-Man Show schnell unter. Schon nach kurzer Zeit spielt es eigentlich keine Rolle mehr worum es eigentlich geht. Dafür stimmt die Action und die entschädigt angemessen. Also Kopf abschalten und unterhalten lassen.

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