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Jackie Chan ist wie in allen seinen Filmen auch hier „Mr. Nice Guy“ – leider wäre mal was Neues wünschenswert gewesen.
Reporterin Diana (Gabrielle Fitzpatrick) und ihr Kameramann zeichnen eine Auseinandersetzung rivalisierender Gangs auf. Die Gangster bemerken sie jedoch und töten den Kameramann. Diana kann mit den Aufzeichnungen entkommen. Bei ihrer Flucht läuft sie jedoch Fernsehkoch Jackie (Jackie Chan) über den Weg. Sie vertauschen aus Versehen die Videobänder (Diana bekommt nur eine Aufzeichnung von Jackies Show) und von da an sind die Fieslinge auch hinter Jackie her...
„Mr. Nice Guy“ ist ein absolut typischer Chan-Klopper. Jackie heißt wie so oft auch mit Rollennamen Jackie, Regie führt sein alter Freund Sammo Hung (der mit ihm auch als Schauspieler vor der Kamera stand) und auch die meisten Rollen könnten aus vergangenen Werken des Kung Fu Clowns stammen.

Die Story ist nichtexistent und macht sich gar nicht die Mühe dies zu verbergen. Doch mag der Actionfan eine Alibi-Story noch durchgehen lassen, dieses nichts an Plot, das einfach nur die Kampfszenen aneinander reiht, geht gewaltig auf die Nerven. So ist der Film auch schon nach kürzester Zeit vorbei.
Hinzu kommen Logikfehler, die dermaßen fett sind, dass es weh tut. Wenn z.B. die Aufzeichnung hinter der alle her sind gezeigt wird, handelt es sich um die gleiche Szene, wie sie auch am Anfang des Films vorkam – mit allen Perspektivenwechseln und Kamerafahrten. Das sagt auch viel über die Regiefähigkeiten Sammo Hungs aus (auch wenn dieser als Prügelstar sonst sehr gut ist).
An Action werden die Kloppereien geboten, die man von Chan gewohnt ist. Dies ist zwar ein Gütesiegel – in diesem Fall bedeutete es aber auch, dass die Prügeleien kaum noch begeistern können, wenn man ein paar Chan-Filme gesehen hat. Enttäuschend ist der Plattmachshowdown, in dem Jackie kein einziges Mal die Handkante sprechen lässt.

Die Comedy ist ebenfalls so, wie man es aus anderen Filmen des Kung Fu Komikers gewohnt ist: Chan schneidet Grimassen (ähnlich wie sein Vorbild Buster Keaton), gibt Situationskomik zum besten (auch in den Kampfszenen) und baut ein paar nette sonstige Gags ein (hier wäre z.B. der gelungene Gastauftritt Sammo Hungs zu nennen). Doch abgesehen von einigen Lachern entringt „Mr. Nice Guy“ dem Zuschauer nicht mehr als ein müdes Lächeln.
Schauspielerisch kann man den Film auch vergessen, aber nach diesem Merkmal darf man Chans Filme auch nicht beurteilen. Die Masse an unbekannten Nebendarstellern an seiner Seite bekommt sowieso nur Klischeerollen, die zum Teil sehr an andere Werke von Jackie erinnern (die Bösewichte z.B. könnten auch gut aus „Rumble in the Bronx“ stammen).

„Mr. Nice Guy“ ist eine Actionkomödie nach gewohntem Muster anderer Filme Jackie Chans, die so gut wie gar nichts neues bietet. Zwar sind auch wenig wirkliche Kritikpunkte zu finden – trotzdem ist der Film eigentlich nur für hartgesottene Chan-Fans interessant.

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