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Noch bevor Chan mit "Rush Hour" seinen ersten richtigen US- Hit landete, mussten die Fans mit seinem vorläufig letzten Hong- Kong- Film "Mr. Nice Guy" vorlieb nehmen. Man könnte "Mr. Nice Guy" als den kleinen Bruder von "Rumble in the Bronx" bezeichnen. Aber trotz der selben Zutaten kommt dieser an sein berühmtes Vorbild nicht heran. Das, was man hier geboten bekommt, kennt man schon aus vielen anderen JC- Filmen. Und das war früher viel besser kombiniert und besass ausserdem eine unverbrauchte Frische. Siehe "Projekt A"("Der Superfighter") oder "Police Story". Leider zeigt "Mr. Nice Guy"" die ersten Ermüdungerscheinungen seines schaffens. Und dieser Prozess hält leider bis zum heutigen Tag an. Chan hatte mit seinen früheren Klassikern in Sachen Action und Stunts einen Rekord aufgestellt, den er leider nicht mehr toppen konnte. Und so bleibt es ihm nicht mehr anderes übrig als seine Hong- Kong- Kracher in aufwändigen Hollywood- Blockbuster wie "Shanghai Noon" und "In 80 Tagen um die Welt" neu zu recyeln. Mit jedem neuen Film erwarten wir den Jackie- Chan- Kick, der aber nicht eintritt, da eine Steigerung nicht mehr möglich ist. Viele sagen ja, dass seine Hollywood- Karriere seinen Ruf geschadet hätte und deshalb  seine aktuellen Filme das Kaliber eines "Drunken Master" nicht besitzen. Aber was hätte Jackie anderes tun sollen? Er hätte sich keinen Gefallen getan, wenn er wie Kollegen Ching Siu- Tung oder Tung Wei, ehemalige Kung- Fu- Stars, nur noch Platz hinter der Kamera genommen hätten.


Wie ich erwähnte gehört "Mr Nice Guy" nicht gerade zu Jackie's herausragensten Filmen. Aber er besitzt einen gewissen Charme, der an die Hong- Kong- Actionfilme der 80 er erinnert, obwohl er aus dem Jahr 1997 ist. Nicht umsonst führt Jackie's alter Kumpel und Peking- Oper- Kamerad Sammo Hung Regie. Sorgten sie doch ein Jahrzehnt vorher mit Filmen wie "Wheels on Meals" ("Der Powerman") und "My Lucky Stars"("Tokyo Powerman")  für viele Kassenschlager in ganz Asien. Trotzdem muss ich zugeben, dass "Mr Nice Guy" weit davon entfernt ist. Bis auf Sammo Hung in einer kleinen Gastrolle und Richard Norton, der schon in "Twinkle, twinkle Lucky Stars" ("Powerman 2") und "Shanghai Espress" ("Shanghai Police") mitspielte, sehen wir hier wenig bekannte Darsteller. Wo früher noch echte Martial- Arts- Kämpfe zwischen den Kontrahenten ausgetragen wurden, wird das hier nur angedeutet und findet nicht richtig statt. Auch vermisst man hier die berühmtberüchtigte Lucky- Stars- Gang, die für den einen oder anderen Lacher sorgten.

Um es konkret zu machen, "Mr Nice Guy" kann mit den alten Klassikern aus den 80 ern nicht mithalten, punktet aber mit einem gewissen Nostalgiefaktor. Wenn der Film zuende geht, da wünscht man sich so sehr, dass Jackie, Sammo und nicht zu vergessen Yuen Biao nochmal ein letztes mal einen Film drehen könnten. Und eins muss ich noch loswerden. Das Finale mit dem Riesenbagger ist zwar gut gemeint, driftet aber im nachhinein ins Lächerliche ab.

Nicht so gut wie "Rumble in the Bronx", aber besser als "First Strike". Und desweiteren wegen dem Sammo- Hung- Bonus und der erneuten Zusammenarbeit gebe ich noch 6 Punkte.

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