Was bei dem Titel „Night Ripper“ zunächst wie ein später Giallo klingt, entpuppt sich nach Ansicht als semidokumentarischer Spekulationsstreifen in dem wahren Fall des „Monsters von Florenz“.
Der ging seit 1968 und in den 70er/80ern ganz besonders oft in der Gegend um und pustete Liebespaare in ihren Autos weg, um sie später gar grauslich zu verstümmeln.
Der Film präsentiert nicht mal solide Polizeiarbeit, sondern konzentriert sich auf einen Buchautor, der sich aus den Mordberichten so seine eigene Theorie gestrickt hat, was dem Mörder widerfahren sein könnte, daß er zu so einer Bestie wurde.
Und so besteht dann der Film auch aus bunter zusammengewürfelten Tatorttheorien, die im dunklen Mondlicht eh kaum entzifferbar sind, darüber hinaus noch komplett gore-free; ferner aus zeitlich wild zusammengestückelten Rückblicken ins Leben des Mörders, in seine Kindheit, seine momentane Existenz, seine Jugendjahre etc.
Der Witz: das „Monster“ war 1986 bei Produktionsstart noch gar nicht gefangen, deswegen entlarvt sich der Film als komplette Fiktion, die noch nicht mal ein richtiges Ende, da man eine traumartige Gerichtsverhandlung als erstrebenswerte Vision vorschiebt.
Der gute Autor hat zwar einen ihm immer wieder begegnenden Mann im Verdacht, der ein starkes Verhältnis zu seiner Mutter besitzt, dennoch bleibt der Film so offen, wie nur irgendwie möglich.
Vielleicht sollte man doch erst Filme machen, wenn man zu den Tätern auch eine Geschichte zu erzählen hat. Meines Wissens wurde der Täter schließlich geschnappt, Grund genug, sich des Themas noch mal für einen sinnvollen Film anzunehmen. Eine überflüssige Angelegenheit. (2/10)