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Ein Westernheld, gespielt von Will Smith, und ein Wissenschaftler, gespielt von Kevin Kline, sollen den Präsidenten vor einem durchgedrehten Genie schützen, dass mehrere Wissenschaftler entführt hat, um eine spezielle Kampfmaschine zu bauen. Dabei verlieben sich die beiden in die gleiche Frau, gespielt von Salma Hayek.

Wenn ein Film mehrere Drehbuchautoren verschleißst, kommt selten ein gutes Endprodukt dabei heraus und dies bestätigt sich auch im Fall von "Wild Wild West". Die Story ist nämlich wirklich der letzte Schrott und ruiniert den gesamten Film, noch bevor Regisseur Barry Sonnenfeld, von dem man sowieso besseres gewohnt ist, zur Tat schreiten konnte. Die Charakterkonstruktion ist komplett lachhaft (aber nicht lustig), aber bei vielen Komödien ist man dies bereits gewohnt. Das Problem liegt darin, dass die Handlung komplett überkonstruiert wurde. Zum Ende hin gibt es mehr und mehr der abenteuerlichsten Wendungen, bei denen man als Zuschauer wirklich nur noch den Kopf schütteln kann. Darüber hinaus entziehen sich alle Wendungen und vor allem das Ende jeglicher Logik. Bei diesem halsbrecherischen Drehbuch konnte das Projekt "Wild Wild West" nur scheitern.

Nachdem er mit "Men in Black" einen großen Überraschungserfolg landen konnte, leistet Regisseur Barry Sonnenfeld auch bei "Wild Wild West" gute Arbeit und rettet, was noch zu retten ist. Technisch inszeniert Sonnenfeld den Film ziemlich gut, dosiert die Gags ordentlich und sorgt somit zumindest für eine unterhaltsame erste halbe Stunde. Die Spezial-Effekte sind ebenfalls ziemlich gut gemacht, auch wenn sie stellenweise vielleicht ein bisschen zu statisch wirken und nicht ganz an die Effekte von "Men in Black" herankommen. Die Filmmusik ist ordentlich und Kameramann Michael Ballhaus setzt die Kulisse des Wilden Westens hervorragend in Szene. Das Erzähltempo hält Sonnenfeld zum Ende hin leider etwas zu niedrig, sodass sich der Film endgültig in seinen unlogischen und dämlichen Wendungen verliert. Mit "Men in Black 2" kam Sonnenfeld nach "Wild Wild West auf die Erfolgsspur zurück.

Nachdem er mit "Bad Boys", "Staatsfeind Nr. 1", Independence Day" und "Men in Black" vier überaus erfolgreiche und gelungene Filme in Folge in die Kinos brachte, wurde es für Will Smith wohl auch mal Zeit, dass er einen richtigen Flop landet, nach dem er mit hervorragenden schauspielerischen Darbietungen in "Die Legende von Bagger Vance" und vor allem in "Ali" wieder zurück auf die Erfolgsspur kam. Smith präsentiert die wohl schlechteste Leistung seiner Karriere und nervt mit seiner hektischen Art und seinem schnellen Sprechen, dass oftmals an Eddie Murphy erinnert. Kevin Kline ist im Gegensatz zu Smith angenehm ruhig und präsentiert sich wie in seiner Oscar-Rolle in "Ein Fisch namens Wanda" mit seiner amüsanten aufgeblasenen Art und seinem unverwechselbaren britischen Humor, mit dem er den Film leider auch nicht mehr retten kann. Salma Hayek, die wie immer eine relativ tempramentvolle Rolle spielen darf, spielt solide, genauso wie Kenneth Branagh, der meiner Meinung nach einen Tick zu diabolisch spielt.

Fazit:
Trotz des soliden Casts, in dem vor allem Kevin Kline glänzen kann, der guten Spezial-Effekte und der ordentlichen Inszenierung scheitert "Wild Wild West" nach einer gelungenen ersten halben Stunde an seiner haarsträubenden Story, die zum Ende hin immer mehr zu nerven beginnt.

35%

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