Wird mal wieder Zeit für ein kleines Double Feature aus der nostalgischen Slasherblüte zwischen 1978 und 1984 – speziell wenn man thematisch zwei artverwandte Produktionen zur Verfügung hat, die damals annähernd das gleiche Feld beackerten: „Graduation Day“ und „Fatal Games“!
Veröffentlicht 1981 bzw. 1984 fallen beide in die Kategorie „Spar-Slasher“, also maximal für einen Kurzeinsatz in ein paar Kinos gebucht worden, aber eigentlich schon mit Blick auf die Einnahmen aus den kommenden VHS-Verkäufen und Leihgebühren.
Beide Filme waren ja aus der artverwandten Kategorie „sportbasierte College-Schlachterei“ und nachdem ich erfolgreich den nicht eben üppig budgetierten „Graduation Day“ eingepfiffen hat, nahm ich also an, dass der Nachfolger ja nicht noch schlimmer sein könnte.
Doch weit gefehlt!
„Fatal Games“, der praktisch schon an der Wasserscheide der langsam gerinnenden Slasherwelle im Jahr 1984 entstand, kurz bevor praktisch alles jenseits von Friday und Halloween gleich auf VHS ins Rennen geschickt wurde, ist sogar noch ein gutes Stück schlechter als der schon ausgefranste Kontrahent mit dem Klingen-Football.
Und nicht nur das, er ist auch mindestens genauso billig.
Alles dreht sich um die, angeblich mögliche, Teilnahme besonders begabter Athleten an den Olympischen Spielen 1984, weswegen hier eine Sportschule offenbar Turner, Leichtathleten und Schwimmer unter einem Dach vereint. Und selbstmurmelnd gibt es hier nur zwei Trainer, so dass sich die Turner und die Läufer von dem gleichen Kerl vollmeckern lassen müssen.
Gedreht wurde der Spaß zwar wenigstens in einigen Räumen, die mit etwas Phantasie tatsächlich zu einer Art Schule gehören könnten und man bekommt auch mehrfach so eine Art Turnhalle zu sehen. Auf jeden Fall gibt es dann allerlei Rivalitäten, Wettkämpfe und ein paar Albereien zu sehen, zwischendurch trainiert man mal kurz am Gerät und irgendwo in diesem öden Kack ist auch eine Love Story versteckt.
Warum wart ihr noch mal hier?
Ach ja, die Morde! Richtig, die güldenen sieben Auserwählten sind es dann auch, die nach und nach dran glauben müssen. Wer aber jetzt glaubt, es würde Funken sprühen, dem sei gesagt: der Mörder benutzt einen Speer. Immer. Bei jedem Mord. Und man glaubt gar nicht, wie langweilig auf Dauer so ein Speer sein kann. Und übrigens wie unhandlich, so dass sich unser Cast schon schön doof anstellen muss, damit er einigermaßen effektvoll aus dem Leben gerissen wird.
Irgendwo in der Chose ist dann übrigens noch eine Dopingstory versteckt, für die der behandelnde Arzt (aha!) und die Krankenschwester (oho!) zuständig sind.
Ich verrate euch auch gern noch den knackigsten Spoiler, nämlich dass man ohne schnelles Vorspulen das Ende wegen Tiefschlaf nicht erreichen wird (besonders talentiert ist hier auch niemand, nicht mal die einigermaßen bekannte Sally Kirkland). Natürlich ist bei Showdown/Showoff dann noch eine Pointe in der Tüte, aber die hat mich dann auch wieder nicht weggebombt. Außerdem hab ich „Sleepaway Camp“ schon gesehen und den fand ich ebenfalls sturzblöd.
Kurz gesagt, „Fatal Games“ aka „Killerspiele“ ist ein billiger Schnellschuß, der sich rühmen kann, darüber hinaus noch flach und blöd zu sein und mit Gore zu sparen. Klare Einschlafempfehlung! (2/10)