Review

Friedhof der Kopiertiere


„Funeral Home“ ist kanadischer Mixerhorror vor dem Herrn. Ein wenig Backwood-Terror, viel „Psycho“-Abklatsch, ein Schuss des zu der Zeit besonders hipper Slasher, es können auch Spuren von „Pet Semetary“ enthalten sein und sogar M. Night Shyamalan hat den sicher mal „besucht“. All das spricht jetzt nicht gerade für ein Must-See. Und eigentlich bleiben von diesem Möchtegern-Schocker auch nur die letzten zehn Minuten im Gedächtnis, der Rest hat mir heftig den Schlaf in die Augen getrieben. Wir folgen einem jungen Mädchen, das bei ihrer Oma in einem alten Hotel (?) unterkommt. Doch (nicht nur) in diesem Sommer kommen dort immer wieder Menschen spurlos abhanden oder werden auf dem Grund des Sees gefunden, sodass hier irgendwer die sprichwörtliche Leiche im Keller versteckt haben muss... 

Aus Kanada kommen einige echte Horror- und Slasher-Geheimtipps oder gar Klassiker aus zweiter Reihe. „Funeral Home“ gehört nicht dazu. Die Kills sind nicht der Rede wert bis jämmerlich, den Twist riecht man drei Meilen gegen den Wind, Spannung und Atmosphäre gibt’s kaum und Figuren, die einem etwas bedeuten, noch viel weniger. Allein die letzten, auflösenden und hier eher erlösenden Minuten entschädigen. Minimal. Alles davor ist nicht nur nah am Gurkenglas, sondern deutlich drin für mich. Vorher war ich kein bisschen müde - nach dreissig Minuten fühlte es sich aber so an, als hätte man mich narkotisiert. Nur ganz, ganz wenig hielt mich am Ball und auch das zahlte sich kaum aus. Das ist definitiv keine dieser verlorenen Perlen, die jetzt, womöglich im teuren Mediabook auf Blu-ray, ihr Revival erleben müssen. Das kann verborgen bleiben. Alles bleibt blass, wenig davon ist gar das Zelluloid wert, auf dem es gedreht wurde. So böse es klingt. Schnell runtergekurbelter Cashgrab zum VHS-Boom würde ich das nennen. Schreie in der Nacht gibt es hier höchstens, wenn man ihn in einer Spätvorstellung erwischt hat - und das auch nur aus Frust, nicht aus Angst oder Freude. Vielleicht kein Trash, aber noch viel weniger ein guter Film. Leider auch nicht unfreiwillig komisch, sondern eher eingeschlafene Füße in Filmform.
 
Fazit: zäh, ziellos und zerfahren. Vielleicht nicht erbarmungslos grottig, aber im Endeffekt nie mehr als Begleit- bzw. Fahrstuhlmusik- und Bildschirmschoner-Horror. Muss man nicht kennen oder nennen, darf man verpennen. Fade Sache. 

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