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Der 13jährige Bruno lebt mit seiner Mutter in einer Banlieue vor Paris. Bruno sieht seine Mutter sehr selten, da diese meist ihrer Arbeit nachgeht um in naher Zukunft einen Umzug in eine bessere Gegend finanzieren zu können.

In der Schule lernt Bruno, der vereinzelnd in einer Traumwelt lebt, Jean-Roger kennen. Jean-Roger stammt aus schwierigen sozialen Verhältnissen, Niemand achtet auf das was er macht. Als Bruno, der alles andere als dumm ist, Nachhilfestunden der Klassenlehrerin erhält, entwickelt sich bei Jean-Roger, Hass und Eifersucht. Der Beginn eines Dramas.

Es gibt einige Filme die sich mit sozialen Missständen, mit der Verrohung von Jugendlichen auf Grund fehlender Obhut und fehlendem Verständnis auseinandersetzt. Allerdings ist kein Film in seiner Weise so intensiv, wie es bei Lärm und Wut der Fall ist. Bereits 7 Jahre vor Mathieu Kassovitz Le Haine, spiegelte Jean-Claude Brisseau, die dunkelste Seite Frankreichs wieder. Ein Film, der von der Hoffnungslosigkeit, der Leere seiner Hauptdarsteller lebt. Hoffnungslosigkeit, die sich in Aussichtslosigkeit und Gefühlskälte äußert. Brisseau zeigt uns ein Ende, das dem Zuschauer die Sprache nimmt. Man lässt das Dargebotene vor seinen Augen ablaufen und weiß weder Rat noch Hilfe. Der Film zeigt menschliche Abgründe und koppelt diese in einem depressiven Gesamtbild. Er trifft den Zuschauer dort, wo es ihm am meisten weh tut.

Lärm und Wut ist mehr als eine Milieustudie, mehr als die Interpretation von Einsamkeit, Verlorensein und Eifersucht. Lärm und Wut ist brutale Realität. So hart dieses auch klingen mag, der Film spiegelt nichts anders als die grausame Wirklichkeit wieder. Lärm und Wut hinterlässt einen sprachlosen und zugleich faszinierten Zuschauer. Fasziniert von der Art und Weise, wie der Film umgesetzt wurde, sprachlos ob der letzten Minuten, die er authentisch miterlebt hat und erst einmal verarbeiten muss.

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