„Zu einer Zeit, in der schlechte Menschen und brutale Mächte im Westen den Alltag beherrschten, wurden Männer von Ruhm und Ehre gefürchtet und respektiert.
Und das Gesetz hat sich ihrer bedient, um das Verbrechen zu bekämpfen.
Sartana wurde mehr als jeder andere Mann gefürchtet – und respektiert.“
Im Unterschied zu Demofilo Fidani, der wurde nicht respektiert. Aber umso mehr gefürchtet; die mittlerweile legendär berüchtigen Filme zeugen davon, dass der Mann als Regisseur null Talent besass und die Werke nichts anderes Einschlafpillen darstellten. Die Eintönigkeit als Leidenschaft und folglich integraler Bestandteil.
Hierbei tritt er mit Sean O‘Neil und Miles Deem auch gleich mit zwei Synonymen in Erscheinung, danach war die Kreativität schon wieder aufgebraucht und wurde Trägheit und Tatenlosigkeit Platz gemacht.
Der oben stehende Text ist nicht etwa die Einleitung, sondern der Abschluss des Langeweilers und kann auch zugleich als Inhaltsangabe genommen werden. Eine genauere Beschreibung ist nämlich nicht möglich, da kein fassbares erzähltes Gebilde zustande kommt, sondern höchstens flüchtige Segmente davon.
Es gibt halt viele Orte mit vielen Banditen. Grund genug, um soviel zu reiten, dass man sich fast selber über den Weg läuft und die Bösewichte mit Schuss – Treffer zu beseitigen.
Im Mittelpunkt der Inszenierung stehen also die einzelnen Augenblicke; die man wohl möglichst detailgenau wiederzugeben versucht, sonst wäre die Aufführung schneller. Kein Bild entwickelt auch nur annähernd einen Reiz; wahrscheinlich um als Analogom zum häufigen Sterben zu gelten.
Um wenigstens etwas milde Abwechslung in das trotzdem arg eintönige Geschehen zu bringen, wird sich quer durch das Strafgesetzbuch geblättert: Verschiedenartige Verbrechen wie Überfall [ auf Spielbanken, Farmen, Postkutschen ], Mord [ per Messerwurf in Hals ] und Entführung und Erpressung aneinandergereiht; alles nur sehr notdürftig zusammengehalten von der Tatsache, dass hinter allem die Randall – Brüder stecken sollen.
Sartana [ ein feister Jeff Cameron ] wird von der hilflosen und eh untätigen US Regierung angeheuert, um dem Gesindel am Wegweiser „Texas – Mexico“ den Garaus zumachen. Dafür wird sein Kampf gegen Unrecht und die Verteidigung von Armen und Schutzlosen auch belohnt; wird doch sein eigenes Kopfgeld von 12000 Dollar danach zurückgezogen und der Name reingewaschen.
Weitere Diversität erfolgt in der Tatsache, dass sich in der Assoziationsmaschinerie die hilfebedürftigen Minderheiten abwechseln: Mal Mexikaner, mal Afroamerikaner und einer blonde Frau wird auch zur Seite gestanden; sich also nicht nur geographisch durch halb Amerika gepflügt.
Dennoch hinterlässt die Acedia nur Verherrung.
Wirklich denkwürdige Szenen wie zum Beispiel in dem grandiosen Ich will deinen Kopf! oder wenigstens etwas Trash wie in Django und Sartana kommen fehlt fast ganz; man muss wirklich schon mit der Lupe suchen, um in den 90min etwas halbwegs brauchbares zu finden.
Erwischt wird dann einzig die Sequenz, in der sich drei Banditen lang und breit das doch eigentlich sehr simple Losverfahren per kürzestem und zwei längeren Zweigen erklären und es dann trotzdem nur mühsamst kapieren. Bevor sie erschossen werden.
Danach gehts eben zum nächsten Hallodri; man kann sich denken, dass die Spannung nach dem Vorspann abrupt ins Bodenlose sinkt.
Sowieso stellt sich dem Rezensenten bei Betrachtung nur die Fragen, wie man bloss so öde filmen kann und wieviele Variationen von „Langeweile“ im Thesaurus zu finden sind. Zumindest auf das letztere gibts eine Antwort: Zwei.