BloodRayne 2: Deliverance (Splendid)
Mit den Filmen des deutschen Regisseurs Uwe Boll ist das so eine Sache. In der Regel gehen der Regisseur und seine Crew sehr motiviert aber talentfrei an die Sache heran, heraus kommt dabei meistens sehr unterhaltsame aber niveaufreie Unterhaltung. Dies war auch bei seiner Verfilmung des Computergames BloodRayne der Fall, wo er Unterstützung durch den berühmt berüchtigten deutschen Kollegen Olaf Ittenbach erhielt. Dies hatte zur Folge, dass die ungeschnittene Version an Blutrünstigkeit kaum zu toppen war.
Nun folgt die Fortsetzung, wobei auch gleich die Hauptdarstellerin ausgetauscht wurde. War es in Teil eins noch die einigermaßen bekannte Kristinna Loken (Terminator 3), wird die Hauptperson diesmal von der sehr ansehnlichen Natassia Malthe (Dead And Deader, Skinwalker, Elektra) verkörpert. Außerdem spielt er diesmal nicht im Mittelalter, sondern im wilden Westen. Das mag viele wahrscheinlich irritieren, mich persönlich als Westernfan hat es jedoch positiv überrascht, zumal Boll zeigen konnte, dass er die alten Vorbilder gesehen und verstanden hat. So atmet BloodRayne 2 an vielen Stellen den Hauch der großen Meisterwerke wie Keoma oder Leichen pflastern seinen Weg! Der grandiose Soundtrack trägt mit seinen Morricone – Anleihen dabei einen großen Teil der gelungenen Atmosphäre bei, und Boll liefert hier in meinen Augen seinen ersten wirklich rundum gelungenen Film ab!
Die Daywalkerin BloodRayne kommt in das kleine Dorf Deliverance, welches in naher Zukunft einen Anschluss an das sich gerade im Bau befindliche Eisenbahnnetz bekommen soll. Allerdings befindet sich genau aus diesem Grunde der berüchtigte Obervampir Billy the Kid (ein schon in Postal, Deadwood, Transformers engagiert spielender Zack Ward) in Deliverance. Er entführt die ansässigen Kinder, teils als Nahrung, teils als Druckmittel, um sich die Dorfgemeinschaft gefügig zu machen. Sein Plan ist es, durch die Eisenbahnverbindung die umliegenden Dörfer mit Vampiren bevölkern zu können. Hier ist es an BloodRayne, dies zu verhindern! Gemeinsam mit Pat Garret (ha, ha, Sam Peckinpah hat er auch gesehen) macht sie sich ans Werk, dieses Treiben zu beenden.
Waren die früheren Werke Uwe Bolls doch eher einfacher Natur, muss man sagen, dass er bei der hier vorliegenden Videoveröffentlichung dazu gelernt hat. Neben guten Sets bietet er einen schon erwähnten hervorragenden Score, einigermaßen gute Darsteller und gute Special Effects. Es ist zwar immer noch nicht das angestrebte Deadwood (Deadwood bietet mehr Sex und Gewalt… ausnahmsweise hält sich Boll hier erstaunlich zurück), aber bietet doch genug Stoff für einen vergnüglichen Videoabend.
Die vorliegende Veröffentlichung aus dem Hause Splendid ist ein echter Augenschmaus! Die Special Edition als Doppel- DVD bietet auf DVD 1 den Film mit einem deutschen und einem englischen Audiokommentar plus einer Trailershow, DVD 2 beinhaltet die Extras. Hier wären ein Making of mit Interviews, geschnittene und verlängerte Szenen eine Boll – Trailershow, zwei Musikvideos und ein Einblick in die kommende Verfilmung Far Cry. Bild und Ton sind hervorragend, die Aufmachung der Verpackung dabei sehr edel!
Erstaunlich, dass Uwe Boll trotz des hohen filmischen Ausschusses in diesem Jahr (meines Wissens sind in diesem Jahr bisher vier Filme von ihm erschienen!!!), bietet BloodRayne 2: Deliverance hervorragende und stimmungsvolle Unterhaltung!
CFS