Dieser Film ist für mich ein typischer Fall von einer echten Überraschung - und zwar im absolut positiven Sinn. Erwartet habe ich wenig (schlechte bis mittelmäßige Bewertungen, wohin man schaut) und war dann um so überraschter, als ich von Anfang an vollkommen gefesselt und beeindruckt war: von der Handlung, den Schauspielern, der Stimmung usw.
Vorlage für den Film ist eine Geschichte des Bestsellerautors Elmore Leonard, der in der Nähe von Detroit gelebt hat. In dieser Gegend spielt der Film teilweise auch, weitere Schauplätze sind Toronto und ein Ort in Missouri. Hauptfigur ist der Halbindianer Blackbird, von Mickey Rourke ganz wunderbar verkörpert, der sein Leben als Profikiller fristet. Seine Maxime ist es, niemals einen Zeugen zurück zu lassen. Aus überwiegend sentimentalen Gründen verbündet er sich mit dem Kleinkriminellen Richie Nix (skrupellos dumm-dreist: Joseph Gordon-Levitt). Während eines missglückten "Geldbeschaffungsversuchs" treffen die beiden auf Carmen und ihren Mann Wayne, die eigentlich damit beschäftigt sind, ihre Ehe zu retten. Nun haben sie ganz andere Probleme, denn sie müssen ihre Haut retten... Was sich aus dieser Situation entwickelt, ist absolut sehenswert, spannend, tiefgründig und stimmt auch nachdenklich.
Mir ist nach dem Anschauen des Films absolut unverständlich, woher die schlechten Kritiken kommen. Klar, jeder schaut anders, aber hier würde ich wirklich behaupten wollen, dass man alles richtig gemacht hat. Die Geschichte ist ganz toll fotografiert, die Rollen sind wahnsinnig gut besetzt (neben den bereits Erwähnten: Diane Lane, Rosario Dawson, Thomas Jane), die Handlung jederzeit interessant, schön düster, auch philosophisch und berührend.
Fazit: Wer ein Faible für gute Krimis/Dramen/Charakterstudien hat, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Ich möchte mir die Mühe nicht umsonst gemacht haben, meinen wohlverdienten und dringend benötigten Schlaf aufzuschieben für diese Kritik... also dann, macht was draus!