Review

Nach dem Krebstod eines Triadenoberhauptes entbrennt zwischen den Übriggeblieben ein Machtkampf um die Vorherrschaft. Dabei wollen die alteingesessen Uncle Seven [ Ng Man Tat ] und Nine Dragon [ Yuen Woo Ping ] ebenso wie der Neuemporkömmling Hou Tin [ Peter Mak ] allesamt den freigewordenen Posten übernehmen; der Verstorbene wählte aber seinen adoptierten Sohn Wong Kau Tai [ Andy Lau ] aus, der nun aus Italien einreist, wo er bereits Erfahrungen mit der Mafia gesammelt hat.

Klingt wie einer der dutzendfachen Gangsterfilme aus der Epoche, die jahrelang die HK Kinos überschwemmten und mit den Heroic Bloodshep Epen auch nachhaltig in Erinnerung blieb. Ist es aber nicht, sondern eine Parodie darauf; oder besser eine in dem gleichen Setting angelegte Actionkomödie, die mit denselben Motiven und Strukturen spielt, aber einen Teil der Besetzung und damit auch deren Aktionen leicht schwachsinnig darstellen lässt.
Als Grundprämisse dient dabei eine Verwechslung: Am Airport in Nepal, Indien rennen zufällig zwei Doppelgänger aneinander vorbei; während sich Wong Kau Tai mit der Flughafenpolizei anlegt und dabei seinen Reisepass verliert, entflieht sein zurückgebliebener Looalike [ auch Andy Lau ] seinen Aufpassern, nimmt den Pass an sich und düst gemäss der Flugtickets nach HK. Dort wird er von dem Bodyguard Chung [ Aaron Kwok ] abgeholt und in sein vermeintlich neues Reich gebracht, wo er als neuer Triadenboss mit seinem kindlichen Gemüt natürlich die gesamte Gangsterwelt aufmischt.

Eigentlich sollte man sich wundern, dass so ein Stoff ausgerechnet von dem nunmehr als Actionregisseur anerkannten Gordon Chan stammt, der seinen Ruf mit Werken wie Fist of Legend, Thunderbolt, 2000 A.D., Beast Cops oder First Option aufgebaut hat. Chan war allerdings zu Beginn seiner Karriere eher auf Komödien spezialisiert und hat auch einige Filme mit dem frühren Stephen Chow zu verbuchen [ Fight Back to School 1 +2, King of Beggars ], teilweise sogar gelungene. Trotzdem muss man sagen, dass ihm das ernste Metier weitaus mehr zu liegen scheint, derartige Szenen hierbei wirken auch besser und vor allem stimmiger. Die Idee mit einen beschränkten Naivling auf Penälerniveau deutet auch gleich auf die Art der Witze hin, die sich meistens ebenfalls an eher kindliches Gemüt richten und teilweise auch sehr mit dem Holzhammer eingedrückt werden. Natürlich steckt man den anwesenden Ng Man Tat wieder in Frauenklamotten und umgekehrt seine Tochter Veronica [ Sandra Ng ] als Verballhornung seines Charakters in Männerkleidung; wer das allein lustig findet, kommt sicher auf seine Kosten, der Rest weniger. Der Kindheitstrieb des unfreiwilligen Oberhauptes artet in Streifzügen durch Spielzeugabteilungen aus und später sogar zu einer Umformierung der Triaden in eine Anti – Gewalt – Kampagne; straffällig gewordene Mitglieder werden mit Sekundenkleber und Wäscheklammer zur Räson gezwungen. Widerrede von seiten der altehrwürdigen und traditionsverbundenen Gangster findet bis auf den unwilligen Hou Tin nicht statt; dieser reagiert allerdings spätestens dann grimmig, als der falsche Wong nach dem ersten Blickkonatkt der feschen Chi – Lam [ Rosamund Kwan ] einen Heiratsantrag macht. Diese geht auch sofort darauf ein, ihr Vater Nine Dragon könnte ja auch über die Schwiegervaterschaft Macht erlangen, ausserdem kommt sie so in der Nacht der Nächte leichter an das bisher schwer bewachte Ziel heran.

Nun hat der Film zwar keine Probleme, auf eine gewisse niedere Art zu Unterhalten; aber trotzdem kommt hierbei eigentlich nichts wirklich Gutes heraus. Von der optischen Seite her bekommt man ein sehr einfaches und manchmal auch anscheinend geizig produziertes Setting geboten, dass genauso gediegen aussieht wie x-andere seiner billig und schnell hergestellten Artgenossen; als ernster Actionfilm wäre er formal so aussehend sofort in die Actiongülle – Abteilung gewandert. Materiell beschränkt man sich durchweg auf laute Gags und anfangs einige Anspielungen auf andere Cantopop – Grössen; „Satire“ ist nicht die intendierte Wirkung, eher pures Dumb Fun. Sind einige Szenen auch so abstrus, dass sie durchaus Heiterkeit auslösen können – der wahre Wong ist ein Zwerg -, so passen sie auch meistens nicht in Welt der Gangster, zumal diese immer noch durchaus tödlich ist. Sicherlich kann sich auch eine Einheit bei Vermischung zweier grundverschiedener Genres ergeben, aber dann darf man nicht abrupt die Gangart wechseln und alles zusammenschmeissen; zumal man hier manchmal noch Drama addiert wird und die Witze einfach nicht gut genug sind.
Es wird zuviel auf das Kind im Manne eingegangen, der Witz zündet anfangs einige Male – er bittet seinen Erzfeind Hou Tin, ihm die Schuhe zuzubinden ect. -, aber läuft sich dann schnell tot.

Andy Lau meistert die Rolle zwar, aber bleibt auch darin gefangen; ausgerechnet der zumeist ernste Aaron Kwok wirkt hierbei stärker und damit als Fixpunkt. Ng Man Tat macht wie immer sein auf Dauer anstrengendes Ding, Sandra Ng ergänzt. Rosamund Kwan sieht schnieke aus. Yuen Woo Ping spielt edel, aber hat nichts zu tun, auch beim Actiondesign hat man ihn aussen vorgelassen. Dafür durfte Yuen Tak als Choreograph heran, muss sich zwar auch mit 2 – 3 nicht wirklich grossen Einlagen begnügen, bei der dann aber schon mal während der Fahrt aus einem Auto ausgestiegen und direkt unters nächste gerollt wird. Am Ende steht ein etwas ausschweifender Showdown an, der als Indoor – Shootout startet und sich schnell in ein ganz ordentliches Slapsticktohuwabohu umwandelt.
Für einen guten Film reichts wie gesagt nicht, aber schauen kann mans.

Details
Ähnliche Filme