Review

Unsere Erde





Abendfüllende Doku-Reportage deren Titel ein wenig irreführend gewählt wurde. Meiner Meinung nach bekommt man vorrangig eine Tierdoku zu sehen, die zwar nicht zu spezifisch nur eine Art beleuchtet, aber deren Bilder eben hauptsächlich Raum bekommen haben. Zwar unterliegen diese immer wieder einem Wechsel mit grandiosen Landschaftsaufnahmen, aber deren Gewichtung ist eben ein wenig unausgeglichen. Natürlich ist das Ansichtssache und gerechterweise muss ich sagen das ich keine passende Alternative, als Titel, anbieten könnte.

Der Film ist visuell ein Erlebnis und zeigt wohl einzigartige Aufnahmen und das auch noch zu Hauf. Steht’s bleibt man ein anonymer Beobachter und taucht ein in die unbeschreiblich schöne Welt aus Pflanzen und Tieren. Ein Kommentator (Ulrich Tukur) steuert hin und wieder ein wenig Information bei und für die musikalische Untermalung wählte man einen klassischen Orchesterscore, der gerne auch mal epische Ausmaße annimmt.

Mehr als 3 Millionen Zuschauer, allein in Deutschland, können nicht irren. Der Film ist kommerziell und anspruchsvoll zugleich. Jung und Alt kann sich daran problemlos erfreuen und alle werden fasziniert sein. Sollten sie auch, denn der Aufwand ist schon fast wahnsinnig. 5 Jahre Produktionszeit, ca. 200 verschiedene Drehorte, 4500 Drehtage bei denen über 1000 Stunden Film belichtet wurden, dass ganze von mehr als 40 Kamerateams in 26 Ländern gedreht. Davon kann jeder Bondfilm nur Träumen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Wobei die Tatsache solch eine Produktion zu starten um sie dann in den Lichtspielhäusern auszuwerten mittlerweile kein großes Risiko darstellt, seitdem Michael Moore und Pinguine dieses Subgenre salonfähig gemacht haben.


Wie gesagt optisch eröffnet sich uns Zuschauern ein echter Leckerbissen und die Auswahl der Bilder, die letzten Endes in den Film gelangten, war sicher nicht einfach. Aber irgendwie beschleicht einen auch schon während des Films das Gefühl, nur eine Aneinanderreihung von vielen Sequenzen geboten zu bekommen. Der lose und zugleich verbindende Faden, in Form einer Nord-Süd-Nord-Überquerung, über unseren Erdball, dient nur als Makulatur um die Bilder zu präsentieren. Allzu oft entsteht deshalb ein Bruch und der Zuschauer wird aus der Bilderflut heraus gerissen. Das sollte man im Prinzip nicht negativ überbewerten, da der gebotene Inhalt sowieso keinen Plot bereithalten muss, doch hätte dies auch anders gestaltet werden können. Man könnte fast von einem Best Of reden. Die DVD wird sicher noch einiges mehr an Material bereithalten, und das könnte als Ergänzung definitiv interessant sein.


Fazit: „Unsere Erde“ auf der großen Leinwand zu sehen ist ein Erlebnis. Die Bilder sind eine Wucht und Abwechslung wird geboten. Ein kleiner Teil der Lebwesen, welche unseren Planeten bewohnen, darf, auf Zelluloid gebannt, weiterleben. Auch noch in 30 Jahren, wenn es eventuell keine frei lebenden Eisbären mehr gibt!!!


8 von 10

Details
Ähnliche Filme