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Spätestens seit CLERKS wissen wir, dass ein Film auch mehr oder weniger nur von seinen unanständigen Dialogen leben kann. Greg Motollas SUPERBAD würde ich nun auf keinen Fall auf dieses Kult-Niveau heben wollen, aber dafür vielleicht auf die Stufe von JAY AND SILENT BOB STRIKE BACK setzen ("I am the clit commander!"). SUPERBAD erzählt zwar keine innovative Geschichte - ganz im Gegenteil, denn der Nerd-will-Pussy-Plot ist wirklich nicht neu - aber die Dialoge und die kultigen Charaktere haben mich doch amüsiert.

"You know when you hear girls say: 'Ahh, I was so drunk last night. I shouldn't have fucked that guy.' ... We could be that mistake!" - Seth

Damit hat sich der Plot eigentlich bereits erklärt. Seth (Jonah Hill) und Evan (Michael Cera) sind zwei uncoole Außenseiter, die kurz vor dem Schulabschluß stehen. Seth will für die letzten zwei Monate vor dem College unbedingt eine Freundin, denn "you don't want people to think you suck dick at fuckin' pussy". Evan, der Romantiker, ist verliebt in Becca (Martha Maclsaac), traut sich aber nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Die hübsche Jules (Emma Stone) lädt Seth - etwas überraschend - zu einer Party ein und dieser erklärt ganz cool, dass es kein Problem sei, die Alkoholika zu organisieren, überzeugt davon, dass er Jules nur betrunken ins Bett kriegen wird. Fogell (Christopher Mintz-Plasse), der Dritte der Gruppe, hat gerade einen gefälschten Führerschein organisiert, mit dem sich das Milchgesicht als 25-jähriger Hawaiianer namens McLovin in die Nacktbars schummeln will. Sogleich wird er rekrutiert, um die Einkäufe zu übernehmen. Natürlich endet das Ganze im Chaos; Fogell ist fortan mit zwei Polizisten unterwegs ("OK, everyone, prepare to be fucked by the long dick of the law."), während Seth und Evan den vermeintlich Verhafteten aufgeben und nun versuchen müssen, den Alkohol anderswo aufzutreiben.

"No one's gotten a handjob in cargo pants since Nam." - Seth

Und so holt Evan die verstaubten 70er Klamotten vom Vater hervor, damit sich beide für die Party suave machen können. Die Kleidung und die wirklich gute Blaxploitation-Mucke sind eigentlich das Einzige, was hier superbad erscheint, aber sie verfehlen ihre Wirkung nicht und lassen die beiden noch lächerlicher und somit lustiger erscheinen.

Am Ende siegt dann doch die romantische Teenie-Liebe und nicht der hormonell-bedingte Trieb. Mehr oder minder sexuell geläutert, folgt das zu erwartende Happy End.

Fazit: Eine eigentlich durchschnittliche Teenie-Komödie über Geeks auf dem vaginalen Kriegspfad. Die Darsteller und der deutlich unter der Gürtellinie angesiedelte Sprachwitz machen SUPERBAD einigermaßen sehenswert.

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