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Wenn Amerikanern im Auto langweilig ist, spielen sie ab und an ganz gerne mal ein Spiel, das sich "Six Degrees of Kevin Bacon" nennt. Dabei versucht man Bacon mit einem ausgewählten anderen "Star" so schnell wie möglich und über so wenig "Ecken" wie möglich in Verbindung zu bringen. Wenn einer also Stallone sagt, könnte man z.B. antworten:
Bacon und Lithgow in FOOTLOOSE, Lithgow und Stallone in CLIFFHANGER. Fertig. Stallone hat somit einen Bacon-Index von "2".
Funktionieren tut das Ganze recht gut. Ein Grund dafür ist wohl, dass Bacon im Laufe der Jahre zwar nicht unbedingt in extrem vielen Filmen mitgespielt hat, aber in extrem vielfältigen. Ich sage nur FREITAG, RAKETENWÜRMER, WOODSMAN, APOLLO 13, etc. Immer wieder findet man ihn, wo man ihn eigentlich nicht vermutet hätte ...

Wie z.B. in James Wans DEATH SENTENCE, einem erfrischend geradlinigen Vigilante-Gerät, das einfach Spaß macht. Zur Story ist hier schon viel geschrieben worden, insofern spar ich mir die Ausführlichkeiten. Es geht um Rache und die Eskalation von Gewalt, Ghetto vs. Suburb, Familienvater contra Straßengang, um Selbstjustiz und den "initiation kill" ...

Handwerklich ist am Film wirklich wenig auszusetzen. Bild, Musik und Sound laufen stimmig und packend zusammen. Die Schauspieler machen ihre Sache gut - wenn auch bisweilen etwas stereotyp. Wer auf emotionalen/intellektuellen Tiefgang hofft, wird nur ansatzweise belohnt. Ähnlich wie auch in A HISTORY OF VIOLENCE lugt das Konzept immer mal wieder hervor, kann sich aber nicht so recht gegen die politisch (wunderbar) inkorrekten Handlungsmuster durchsetzen.

Was bleibt, ist ein schneller, schnörkelloser und direkter Rachefilm, der einfach hervorragend funktioniert. Bacon und Goodman gefallen. Eine gefühlte halbe Stunde guter Unterhaltung.

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