Review

Das Thema, bekannt aus Filmgrößen wie The Punisher, ist bei weitem nichts Neues aber dennoch immer wieder für mich einladend und interessant. Nach den sehr positiven Kritiken und den häufigen 10/10 Vergaben von OFDb Usern also ein Pflichtfilm für mich. Aber kann Death Sentence auch bei mir punkten? Eines noch vorweg, ich hatte keine Trailer angeguckt oder groß Inhaltsangaben/Reviews vorab gelesen, bin also ziemlich unbedarft ins Kino gegangen.

Der Film fängt für meinen Geschmack zu sanft an. Familienvideos, Familientreiben und eine insgesamt heile Welt: Job, Frau, Kinder, Haus. Ein viel zu seichter Beginn für einen Rachefilm. Nach ca. 20 Minuten, als dann der Tankstellen Shootout ist, kommt erstmals Actionfilmflair auf - das wurde aber auch Zeit. Die Szenen sind stilvoll inszeniert und machten direkt Geschmack auf mehr. Doch leider erneut zuviel Dramatik und Familiengeschehen eingestreut, ich fühle mich eher in einem Drama.
Doch dann plötzlich beginnt sich der Film zu entwickeln, der Vater geht in einen Schuppen und sucht das passende Rachewerkzeug (sehr amüsant). Leider macht das eintretende Kind die Situation wieder zunichte. Schade.

Der erste Mord dann wird realistisch gezeigt, sprich der Vater wird nicht direkt zum Superkiller, der jegliche Tricks beherrscht - gut! Später entwickelt sich der Kevin Bacon und kann beim finalen Shootout mit seinen Fähigkeiten überzeugen. ;-)

Nun zur eigentlichen Kritik: Ich hätte mir mehr Actionsequenzen und Rachefilmflair gewünscht, es wurde zu stark auf familiäre Probleme eingegangen und die Dramatik des Kindstodes aufgezeigt. Natürlich ist dies dramatisch, aber hat in so einem Selbstjustizfilm in meinen Augen nichts zu suchen.
Wer sich hingegen ein Mittelmaß wünscht, und gerne auch die familiären Konflikte mitbekommen möchte und die in Szene gesetzte Dramatik schätzt, der wird wohl von dem in Death Sentence gewählten Mix begeistert sein.

Was mir sehr gut gefiel war die Regie- und Kameraarbeit. Die Szenerien wurden höchst interessant visuell verkörpert und gaben tolle Eindrücke. Schnitte, Blickwinkel und Kamerafahrten wirkten hoch professionell - immerhin führte ja auch der Regisseur von Saw (1) Regie. Der Soundtrack war im Grunde gut, aber in mehreren Szenen fehlte mir die Untermalung, dort war es definitiv zu ruhig.
Die Schauspieler konnten überzeugen, insbesondere Kevin Beacon mit einer tollen Leistung in der Abschlussszene. Großartig wie er dort einen heruntergekommenen und fertigen Racheengel spielt. Auch die Maske hat dort ganze Arbeit geleistet.

Fazit: Keineswegs wie The Punisher, eher etwas realistischer und ruhiger mit mehr Dramatik. Trotzdem interessant und sehenswert, denn die Filmtechnik ist grandios und so reißen z.B. tolle Einstellungen den Film aus der Mittelmäßigkeit heraus. 6,5/10

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