Review

Death Sentence zu beurteilen ist äußerst schwierig. Rein technisch ist der Film absolut einwandfrei, auch wenn das CGI-Blut des öfteren recht unrealistisch daher kommt. Auch die schauspielerische Leistung, allen voran Kevin Bacon, ist ausgezeichnet. Aber die Botschaft und die Moral, die der Film transportiert, ist einfach inakzeptabel.

Es geht um den gutbürgerlichen Versicherungsangestellten Nick Hume, dessen Sohn zufällig bei einem als Tankstellenüberfall getarnten
Aufnahmeritual einer Gang getötet wird. Der grundlose Mord bleibt von Justiz wegen ungesühnt.
Nick jedoch will Rache. Er tötet den Killer seines Sohnes und setzt
damit eine Gewaltspirale ungeahnten Ausmaßes in Gang...

Die ersten zwei Drittel des Films sind ergreifendes Familiendrama und kluge Gewaltstudie zugleich. Der Film zeigt differenziert auf, wie Gewalt entsteht und sich immer weiter steigert. Ist diese Spirale erst einmal in Gang gesetzt, gibt es kein Entkommen mehr. Gleichzeitig wird dem Zuschauer nahe gebracht, was für die Familie der Verlust des Sohnes bedeutet. Um so trauriger ist es, dass der Film gegen Ende dann zu einer zynischen Schießbude mit übertriebenen Effekten verkommt. Spätestens wenn sich Kevin Bacon den Schädel rasiert und mit Gewehr, .45er und .357er loszieht, die Gangmitglieder allesamt abknallt und dabei pseudocoole Klamotten trägt und Sprüche reißt, ist klar, dass hier einfach nur noch um amerikanische Selbstjustizfantasien geht.

Würde ich hier nur die ersten 2/3 dieses Films bewerten, gäb's 10 Punkte, aber das Ende verärgert doch stark. So gibt's von mir noch 7/10.

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